Zwölf Euro pro Besuch

Kölner Dom verlangt erstmals Eintritt – Touristen überrascht


01.07.2026 – 14:33 UhrLesedauer: 3 Min.

Schlange vor dem Kölner Dom: Seit dem 1. Juli müssen Besucher für die Kathedrale Eintritt zahlen. Ein Besuch kostet zwölf Euro, es gibt aber auch Ermäßigungen.

Schlange vor dem Kölner Dom: Seit dem 1. Juli müssen Besucher für die Kathedrale Eintritt zahlen. Ein Besuch kostet zwölf Euro, es gibt aber auch Ermäßigungen. (Quelle: Sebastian Hahn)

Seit dem 1. Juli müssen Besucher Eintritt im Kölner Dom zahlen. Kurz vor der Öffnung bildet sich auf der Domplatte schon eine lange Schlange.

Nicholas Lamm wird für immer einen Platz in der Geschichte des Kölner Doms haben. Gemeinsam mit einer Studierendengruppe ist er der erste Besucher, der für die weltberühmte Kathedrale eine Eintrittskarte benötigt. Denn seit dem 1. Juli kostet der Besuch im Kölner Dom für reguläre Besucher zwölf Euro. Und dennoch bildet sich zur Öffnung des Hauptportals um 10 Uhr eine längere Schlange auf der Domplatte.

Rund 80 Personen warten auf den Einlass in den Dom, ihre Karten haben sie entweder kurz zuvor im Ticketshop im Kurienhaus gekauft oder online vorbestellt. Der große Ansturm auf den Dombesuch bleibt allerdings aus. Es sind weder Sommerferien, noch ist es Wochenende. Nach einer kurzen Schlange zu Beginn kommen die Besucher ohne größere Wartezeit in die Kathedrale.

Kölner Dom: Erste Touristen zahlen zwölf Euro Eintritt ab

Nicholas Lamm kann den neuen Eintrittspreis verstehen: „Es ist zwiespältig. Es ist natürlich gut, dass man diese Möglichkeit nutzt, um den Dom zu erhalten. Aber es ist natürlich auch schade, dass dadurch ein öffentlicher Raum verloren geht.“ Die zwölf Euro an Eintritt hält er allerdings für gerechtfertigt: „Andere größere Kirchen machen das ja auch. Die Sagrada Família wird quasi durch die Eintrittsgelder weitergebaut.“

  • Ausnahmen beim Eintritt: So kommen Besucher künftig kostenlos in den Kölner Dom

Zu Beginn tummeln sich auch viele internationale Touristen vor der Kathedrale. Paul ist mit seiner Familie aus England angereist. Dass der Dom Eintritt kostet, habe er erst kurz vorher erfahren. „In Großbritannien zahlen wir fast für jede Kirche Eintritt. Der Dom muss ja auch in Schuss gehalten werden. Das ist kostspielig und daher ist der Eintrittspreis auch vollkommen verständlich.“

4.000 Online-Tickets haben die Verantwortlichen in den vergangenen zwei Wochen im Vorverkauf bereits herausgegeben, hinzu kommen die täglich gekauften Tickets am Kurienhaus. Dort helfen die Mitarbeitenden weiter, wenn jemand beispielsweise Probleme beim Online-Ticketkauf hat. Es gibt aber auch klassische ausgedruckte Tickets für Dom, Schatzkammer und Turmbesteigung.

Eintritt im Kölner Dom: Erste Gäste aus China, Australien und England

Eine Familie aus China ist ebenfalls zufrieden. „Es gibt ja auch Ermäßigungen. Wir finden den Preis vollkommen in Ordnung.“ Ähnlich sieht es Joseph, der mit seiner Familie aus Ägypten nach Köln gekommen ist: „Wenn das der Weg ist, um diese wundervolle Kirche zu erhalten, dann bezahle ich gerne Eintritt.“

Ticketscan am Eingang: Die Domschweizer übernehmen am Hauptportal künftig die Ticketkontrolle. Für Gruppen gibt es einen separaten Eingang. (Quelle: Sebastian Hahn)
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