Entscheidung am Abend
Olympia-Votum: Wahlbeteiligung in Köln bisher bei 40,5 Prozent
Aktualisiert am 19.04.2026 – 19:46 UhrLesedauer: 2 Min.
Kommen die Olympischen Spiele nach Köln und NRW? Mehr als 800.000 Kölnerinnen und Kölner haben abgestimmt – heute Abend gibt es Ergebnisse.
In Köln und 16 weiteren nordrhein-westfälischen Städten wird am Sonntag per Bürgerentscheide über eine Olympia-Bewerbung der Region „KölnRheinRuhr“ entschieden – die Auszählung in Köln läuft seit 18 Uhr. Bisher liegt die Wahlbeteiligung in der Domstadt bei 40,5 Prozent, wie NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) am Abend bei einer zentralen Veranstaltung in Deutz erklärte.
Erste Ergebnisse werden in Köln ab 19.30 Uhr erwartet, das Endergebnis am späten Abend. Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) zeigte sich zuversichtlich: „Wir haben rund 330.000 Briefwahlunterlagen zurückbekommen. Wenn man mir das vor ein paar Wochen gesagt hätte, hätte ich gesagt: ‚Ich nehme das sofort‘.“
Abgestimmt wird darüber, ob die jeweilige Stadt Teil einer Kandidatur für die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 werden soll. In Köln waren rund 812.000 Bürgerinnen und Bürger wahlberechtigt.
Für ein gültiges Ja reicht eine einfache Mehrheit nicht. In Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern, wie Köln, müssen mindestens zehn Prozent der Wahlberechtigten zustimmen. Fällt das Votum in einer Stadt negativ aus, scheidet sie aus der Bewerbung aus. Für diesen Fall sollen Ausweichkonzepte mit alternativen Sportstätten bereitstehen.
In Herten ist der Bürgerentscheid für die Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele bereits gescheitert. Nach dem vorläufigen Endergebnis votierten zwar 73,79 Prozent (5.719 Stimmen) für eine Beteiligung an der Bewerbung „KölnRheinRuhr“ für die Austragung der Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044. Das notwendige Quorum wurde jedoch verfehlt: Lediglich 12,55 Prozent der Abstimmungsberechtigten stimmten mit „Ja“, erforderlich gewesen wären 15 Prozent.
Das NRW-Konzept setzt nach eigenen Angaben auf vorhandene Sportstätten und will Neubauten vermeiden. In Köln als „Leading City“ sind ein temporäres Leichtathletikstadion sowie ein Athletendorf geplant. Ministerpräsident Wüst warb für die nach seinen Worten „spektakulärsten, kompaktesten und nachhaltigsten Spiele“ und versprach einen Zuschauerrekord mit 14 Millionen Tickets – mit Wettkämpfen etwa auf Schalke und in Dortmund.
Selbst ein positives Votum wäre noch keine Entscheidung für Olympische Spiele in NRW. Parallel bewerben sich München, Hamburg und Berlin. München hatte im Herbst des Vorjahres eine Zweidrittelmehrheit bei seinem Bürgerentscheid erzielt. Hamburg lässt am 31. Mai abstimmen. Berlin verzichtet auf ein Referendum und lässt das Abgeordnetenhaus entscheiden.
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) entscheidet am 26. September über den deutschen Bewerber. Bis Anfang Juni können alle Städte ihre Konzepte nachbessern. Das IOC werde nach dpa-Angaben frühestens 2027 über den weltweiten Austragungsort entscheiden.
