Knappheit in Europa befürchtet
Energieagentur-Chef warnt vor Engpässen von Diesel und Kerosin
10.04.2026 – 16:11 UhrLesedauer: 1 Min.
Die Auswirkungen des Iran-Krieges könnten Europa und Deutschland noch lange beschäftigen. Insbesondere für Diesel und Kerosin könnte sich die Lage verschlimmern.
Fatih Birol, Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), warnt vor Diesel- und Kerosinengpässen in Europa. „Wenn sich die Lage nicht verbessert, könnten Diesel und Kerosin in Europa bald knapp werden. Nicht sofort, aber in den kommenden Wochen“, sagte er dem „Spiegel“.
So stammten vor dem Krieg ein Großteil des Diesels und Kerosins aus Raffinerien aus dem Nahen Osten. Die Treibstofflager hätten sich in den vergangenen Wochen geleert. „Wenn sich die globale Diesel- und Kerosinproduktion nicht bald erholt, könnte es im Monat Mai für einige europäische Staaten brenzlig werden“, betonte er. Welche Staaten er meint, sagte er nicht.
Die Energiekrise ist laut Birol noch nicht ausgestanden. „Mindestens 80 Energieanlagen im Nahen Osten sind im Krieg beschädigt worden: Ölfelder, Gasfelder, Raffinerien, LNG-Terminals, Pipelines.“ Selbst wenn die Straße von Hormus wieder geöffnet werden sollte, werde es dauern, bis die Öl- und Gasindustrie wieder das Vorkriegsniveau erreiche. Bei einem Scheitern der Waffenruhe sei die Energiekrise „sofort wieder im roten Bereich“, betont Birol.
Der Ökonom plädiert als Maßnahme für ein Tempolimit auf Autobahnen in Deutschland. Durch die Verringerung der Geschwindigkeit um zehn Stundenkilometer könnte der nationale Ölverbrauch um sechs Prozent sinken. Ein weiterer Vorschlag: „Wenn der Staat dann auch den öffentlichen Nahverkehr kostenlos oder deutlich günstiger macht, könnte das einige Menschen zum Umstieg auf Bus und Bahn bewegen.









