Besonders Frauen betroffen
„Avocado-Hand“: Klinikum warnt vor Verletzungen
10.08.2026 – 14:28 UhrLesedauer: 2 Min.
Seit Jahren beschäftigt die „Avocado-Hand“ die Medizin. Ein Klinikum aus Deutschland schlägt Alarm.
Immer mehr Menschen im Norden von Deutschland landen wegen der sogenannten Avocado-Hand in der Notaufnahme. Wie eine Sprecherin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) mitteilte, hat die Zahl der Schnittverletzungen in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen.
Bei der „Avocado-Hand“ handelt es sich um eine Verletzung der Hand, die sich beim unsachgemäßen Aufschneiden einer Avocado zugezogen wird. Typischerweise wird die Frucht beim Aufschneiden in der hohlen, nicht dominanten Hand gehalten – wenn die Klinge dabei abrutscht, gleitet sie oft unerwartet leicht durch das weiche Avocadofleisch. Oft trifft das Messer deswegen mit voller Wucht auf die Handinnenfläche.
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Dort kann die Klinge eine Menge Schaden anrichten: In Handinnenfläche und Fingerbeugen verlaufen wichtige Strukturen wie Beugesehnen, Fingernerven und Arterien – allesamt dicht unter Haut. In den meisten Fällen erfordere die Verletzung eine operative und mitunter mikrochirurgische Behandlung. Zuweilen komme es sogar zu einem Funktionsverlust der Finger.
Unfälle im Haushalt: Eine Bevölkerungsgruppe besonders betroffen
Die „Avocado-Hand“ und der sprunghafte Anstieg der Verletzungen beschäftigen die Wissenschaft schon länger: In einem Aufsatz aus dem Jahr 2020 aus dem Fachmagazin „The American Journal of Emergency Medicine“ sprechen Wissenschaftler sogar von einer „Epidemie von Handverletzungen“. Mit steigendem Avocado-Konsum nehme auch die Zahl der Verletzungen deutlich zu: Die US-Forscher registrierten von 1998 bis 2002 über 3.000 Fälle – zwischen 2013 und 2017 waren es bereits 27.059 Fälle.
Auch die Zahlen des UKSH verzeichnen eine ähnliche Tendenz: 2020 waren es noch acht Fälle, 2024 waren es 18 und im vergangenen Jahr 21 Fälle. Der Großteil der Opfer war mit 81,9 Prozent weiblich. Zudem war die Hälfte der Verletzen zwischen 20 und 29 Jahren alt.
Das UKSH hat sowohl in Kiel als auch in Lübeck Standorte. Auch andere Kliniken warnten zuletzt in den Medien vor der Schnittverletzung.










