Computer- und Videospielmesse

Gamescom in Köln: Klingbeil macht Gaming-Branche wenig Hoffnung

26.08.2026 – 19:48 UhrLesedauer: 2 Min.

Köln: Lars Klingbeil (SPD), Bundesminister der Finanzen und Co-Bundesvorsitzender der SPD, spricht bei der Eröffnung der Messe Gamescom. (Quelle: Christoph Reichwein/dpa)

Die Games-Branche wartet auf versprochene Steuererleichterungen. Finanzminister Klingbeil dämpfte bei der Gamescom in Köln die Erwartungen.

Die deutsche Games-Branche wartet weiter auf die im Koalitionsvertrag angekündigten Steuererleichterungen. Bei einem Besuch der Gamescom in Köln machte Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) deutlich, dass eine schnelle Umsetzung derzeit nicht absehbar ist.

Innerhalb der Bundesregierung liefen zwar Gespräche über mögliche steuerliche Anreize. Wegen der angespannten Haushaltslage seien diese aber schwierig, erklärte Klingbeil bei einem Bühnenauftritt auf der Kölner Spielemesse.

Grundsätzlich stehe er weiter hinter dem Vorhaben. Er wisse, dass die Förderung im Koalitionsvertrag vereinbart worden sei. Gemeinsam mit den Ländern wolle man eine Lösung finden. Auf einen konkreten Zeitplan legte sich der Vizekanzler allerdings nicht fest.

Games-Branche drängt bei Gamescom in Köln auf Fortschritte

CDU, CSU und SPD hatten 2025 vereinbart, den Games-Standort Deutschland auch mit steuerlichen Anreizen zu stärken. Bislang wurde das Vorhaben jedoch nicht umgesetzt.

Felix Falk, Geschäftsführer des Branchenverbandes Game, nutzte die Gamescom in Köln, um erneut auf Fortschritte zu drängen. Andere Länder wie Frankreich, Irland, Australien, Kanada oder Großbritannien hätten entsprechende steuerliche Fördermodelle längst eingeführt.

Deutschland müsse bei diesem Thema nachziehen, forderte Falk. Solche Modelle könnten dafür sorgen, dass mehr Spiele in Deutschland entwickelt werden und internationale Studios stärker in den Standort investieren.

Wüst: NRW würde Steuerförderung unterstützen

Unterstützung kommt aus Nordrhein-Westfalen. Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) erklärte bei der Veranstaltung in Köln, dass NRW einer entsprechenden Lösung grundsätzlich zustimmen würde.

„Wir machen da mit, wenn ihr Euren Koalitionsvertrag umsetzen wollt“, sagte Wüst. Er sei zuversichtlich, dass sich eine faire Lösung finden lasse.

Für eine steuerliche Förderung wären auch die Bundesländer wichtig. Denkbar wären etwa sogenannte Tax Credits. Unternehmen könnten dabei bestimmte Entwicklungskosten steuerlich geltend machen und dadurch ihre Steuerlast reduzieren.

Kurzfristig würde der Staat dadurch zwar auf Einnahmen verzichten. Langfristig hoffen Befürworter jedoch auf mehr Investitionen, zusätzliche Arbeitsplätze und damit auch höhere Steuereinnahmen.

Deutschland spielt bei Games bislang nur Nebenrolle

Die Games-Branche ist weltweit ein Milliardengeschäft. Deutschland gehört zwar zu den großen Absatzmärkten, spielt bei der Entwicklung erfolgreicher Spiele international aber weiterhin eine vergleichsweise kleine Rolle.

Nur rund fünf Prozent der Ausgaben für Games in Deutschland fließen derzeit in Spiele, die auch hierzulande produziert wurden.

Um den Standort zu stärken, hat der Bund seine direkte Games-Förderung bereits deutlich erhöht. Lag das Budget 2025 noch bei rund 88 Millionen Euro, stehen in diesem Jahr 125 Millionen Euro zur Verfügung. Bislang wurden davon allerdings erst rund 40 Millionen Euro beantragt oder bewilligt.

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