Klingbeil macht Ansage

Dieser Deutsche soll an die EZB-Spitze rücken

20.02.2026 – 16:26 UhrLesedauer: 3 Min.

Bundesbank-Chef Joachim Nagel hat gute Chancen auf die Nachfolge von Christine Lagarde. (Archivbild) (Quelle: Kay Nietfeld/dpa/dpa-bilder)

EZB-Chefin Christine Lagarde scheidet aus dem Amt. Das Rennen um die Nachfolge ist eröffnet. Finanzminister Klingbeil will einen Deutschen an der Spitze.

Seit Tagen wird über einen vorzeitigen Rückzug von Christine Lagarde von der Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB) spekuliert. Nun macht Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) in der Nachfolgedebatte schon mal eine Ansage: „Klar ist allerdings auch, wenn es dann um die Nachfolge geht, dann werden wir uns in der Bundesregierung sehr schnell auch mit dieser Frage beschäftigen, werden eine gemeinsame Position haben und
natürlich werden wir dann auch kraftvoll mitreden“, sagte Klingbeil in Frankfurt am Main.

Er wolle sich zwar nicht an Spekulationen über ein vorzeitiges Ausscheiden von EZB-Präsidentin Christine Lagarde beteiligen, sagte Klingbeil weiter. Doch ist klar, für wen er sich ausspricht: Bundesbankpräsident Joachim Nagel, 59, Volkswirt aus dem beschaulichen Karlsruhe, SPD-Mitglied und seit vier Jahren Chef der deutschen Zentralbank.

Nagel ließ sich zuletzt nicht in die Karten schauen, ob er mittelfristig Ambitionen
auf den Chefposten hegt. „Grundsätzlich dürfte jeder Notenbanker im EZB-Rat die Kompetenz zur Nachfolge für das Spitzenamt im Eurosystem haben. Und auch externe Kandidaturen mit anderen Profilen haben Chancen“, sagte er im November dem „Spiegel“.

Das Ringen um die EZB-Spitze ist schwierig. Streng beobachten sich nordeuropäische und südeuropäische Eurostaaten, es geht um die Haltung zur Finanzdisziplin.

Symbolisch verläuft die Debatte derzeit entlang der Diskussion um Eurobonds. Das sind gemeinschaftliche Staatsanleihen, für die alle EU-Staaten haften. Damit auch Deutschland. Vor allem CDU und CSU lehnen solche Gemeinschaftsschulden ab. Nagel aber sprach sich zuletzt für Eurobonds aus. Das wurde allgemein auch als Signal gewertet, sich mögliche Stimmen aus Südeuropa im Wettbewerb um die EZB-Spitze zu sichern.

Derzeit hat nur Hernandez de Cos seine Bereitschaft bekundet, Top-Ökonom aus Spanien und Favorit der südeuropäischen Eurostaaten. Als Favorit unter Buchmachern gilt Klaas Knot, langjähriger Chef der niederländischen Nationalbank DNB. Als Vertreter der nördlichen Eurostaaten gilt er als ernsthaftester Rivale des deutschen Bewerbers Nagel.

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