Eine Studie, die höhere Mehrwertsteuereinnahmen von einer halben Milliarde Euro durch die Spritpreise errechne, rechne so, als gäbe es keine Krise, kritisierte Klingbeil.
In der Bundesregierung herrscht derzeit Uneinigkeit, wie mögliche Entlastungen aussehen könnten. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) ist gegen eine Übergewinnsteuer und will mit den Mehreinnahmen der Mehrwertsteuer etwa die Pendlerpauschale erhöhen. Für die Güter- und Logistikbranche solle die Dieselsteuer gesenkt werden.
Der österreichische Ökonom und sogenannte Wirtschaftsweise Gabriel Felbermayr hat sich gegen staatliche Eingriffe bei den Spritpreisen und eine Übergewinnsteuer ausgesprochen. Im ARD-„Interview der Woche“ verwies Felbermayr etwa auf einige Länder in Osteuropa, wo es solche Eingriffe gegeben habe: „Das Resultat waren dann Schlangen vor den Zapfsäulen, Tankstellen, die mittags ausverkauft waren, Tanktourismus aus dem Ausland.“
Stattdessen schlug Felbermayr vor, die Betroffenen der hohen Spritpreise gezielt zu unterstützen. „Die Pendlerpauschale, das wäre schon ein Element, an das man gehen kann, denn das betrifft die, die das Auto wirklich brauchen, um zum Arbeitsplatz zu kommen (…).“ Er verwies auch auf Österreich, wo der Staat die durch die gestiegenen Preise höheren Einnahmen aus der Mehrwertsteuer nutze, um die Energiesteuer zu senken. Insgesamt seien das aber nur kleine Schritte, weil die Preise nicht in Deutschland, sondern auf dem Weltmarkt gemacht würden „und da kann man politisch nicht rasend viel dagegen tun“.
