Im Netz

Eine kleine Biermarke schlägt alle großen


Aktualisiert am 14.10.2026 – 08:07 UhrLesedauer: 3 Min.

Paulaner Bier wird auch in großen Mengen ins Ausland verkauft: Dem Social-Media-Auftritt der Münchner Brauerei tut diese Bekanntheit gut. (Quelle: IMAGO/Davide Elias)

Junge Erwachsene trinken immer weniger Alkohol, der Bierabsatz in Deutschland sinkt. Umso härter kämpfen die Brauereien um Aufmerksamkeit im Netz. Eine Marke liegt bei den Interaktionen pro Beitrag deutlich vorn.

Der deutsche Biermarkt schrumpft. 2025 sank der Bierausstoß um 5,6 Prozent. Dabei handelt es sich um die Menge Bier, die die Brauereien herstellen und ausliefern. Dass junge Menschen immer weniger Alkohol kaufen, verschärft die Lage zusätzlich. Für die Branche stellt sich damit die Frage, wie sie ihre Kundschaft überhaupt noch erreicht. Der Auftritt in den sozialen Medien gewinnt an Gewicht.

Die Influencer-Agentur Netzschreier hat deshalb die Profile von 118 deutschen Biermarken auf Instagram, Facebook, TikTok und YouTube ausgewertet – vom nationalen Marktführer bis zur kleinen Kiezbrauerei. Die Ergebnisse zeigen: Wer viel Bier verkauft, erreicht im Netz nicht automatisch viele Menschen.

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Paulaner knackt als einzige Marke die Millionenschwelle

An der Spitze steht Paulaner mit 1,1 Millionen Followern (englisch für Abonnenten) über alle vier Plattformen hinweg. Das sind fast doppelt so viele, wie die zweitplatzierte Marke Salitos mit 625.900 Followern aufweisen kann. Dahinter folgen Warsteiner (601.900), Bitburger (527.700) und die Hamburger Kultmarke Astra (470.500). Die Top Ten vervollständigen Krombacher (465.000), Erdinger (406.500), Beck’s (307.600), Schöfferhofer (299.100) und Veltins (239.100).

Ein Vergleich mit den Absatzzahlen offenbart eine deutliche Lücke. Krombacher setzte 2025 nach Unternehmensangaben 5,70 Millionen Hektoliter ab – ein Hektoliter entspricht 100 Litern – und gilt damit als absatzstärkste Biermarke Deutschlands. Im Netz erreicht die Marke jedoch nicht einmal die Hälfte der Reichweite von Paulaner. Was den Münchnern hilft, ist ihre internationale Bekanntheit: Fast die Hälfte ihres Bieres verkauft die Brauerei nach eigenen Angaben außerhalb Deutschlands.

Facebook macht zwei Drittel der Reichweite aus

Zusammengerechnet kommen die 118 deutschen Marken auf rund 8,9 Millionen Follower. Gut zwei Drittel davon (67 Prozent) sammeln sie auf Facebook – bei den großen Brauereien oft noch mehr. Paulaner holt dort 88 Prozent seiner Reichweite (970.400 Follower). Bei Warsteiner (564.800) und Schöfferhofer (280.636) sind es sogar 94 Prozent.

Auf Instagram entfallen durchschnittlich 29 Prozent der Reichweite. Auch hier führt Paulaner mit 121.700 Followern, dahinter folgen Hofbräu München (106.100) und Astra (103.500). TikTok (2,7 Prozent) und YouTube (0,7 Prozent) fallen bislang kaum ins Gewicht.

Eine kleine Marke schlägt alle großen

Bierflaschen der Marke Pilsator aus Frankfurt an der Oder: Die Frankfurter Brauhaus GmbH hat auf Social Media nur rund 8.000 Follower, aber die höchste Interaktionsrate. (Quelle: imago stock&people)

Viele Follower zu haben, bedeutet aber nicht, wirklich Aufmerksamkeit zu erregen. Netzschreier hat deshalb auch die Engagementrate gemessen. Sie setzt die Likes und Kommentare pro Beitrag ins Verhältnis zur Followerzahl. Hier gibt es einen klaren Sieger – und es ist keiner der Marktführer.

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