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Home » Kitas und Frauenhäuser müssen kürzen
Politik

Kitas und Frauenhäuser müssen kürzen

MitarbeiterBy MitarbeiterJuli 9, 2026
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Kitas und Frauenhäuser müssen kürzen

Umfrage zeigt

Mietkosten zwingen soziale Träger zum Kürzen


Aktualisiert am 09.07.2026 – 08:22 UhrLesedauer: 2 Min.

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Kinder spielen in einem Frauenhaus: Die hohen Mietkosten machen vielen sozialen Trägern zu schaffen. (Quelle: Tanja Pickartz/imago)

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Immer mehr soziale Einrichtungen haben Probleme, ihre Räumlichkeiten zu bezahlen. Manche mussten ihre Angebote deshalb bereits kürzen.

Kitas, Frauenhäuser, Pflegeeinrichtungen und andere Beratungsstellen geraten wegen steigender Mieten immer stärker unter Druck. Viele soziale Einrichtungen wissen nicht, ob sie ihre Räume langfristig noch bezahlen können – und manche mussten deswegen bereits ihre Angebote kürzen. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW), die am Donnerstag veröffentlicht wird und t-online vorab vorliegt. Dafür befragte die BAFGW Ende 2025 fast 700 soziale Träger.

„Soziale Arbeit braucht nicht nur Fachkräfte und Finanzierung – sie braucht auch dauerhaft bezahlbare Räume“, sagt BAGFW-Präsident Achim Meyer auf der Heyde. Soziale Einrichtungen wie Beratungsstellen oder Frauenhäuser könnten ihre Aufgaben nur erfüllen, wenn ihnen dauerhaft bezahlbare und sichere Räumlichkeiten zur Verfügung stehen, so Meyer auf der Heyde.

Mehr als jede zweite Einrichtung zahlt inzwischen mehr Miete

Die Umfrage zeigt: Über 80 Prozent der Träger geben an, dass die Mietkosten sie finanziell belasten. Seit 2020 verzeichneten 57 Prozent der kleinen Einrichtungen mit einem Standort mindestens eine Mieterhöhung, ein Viertel sogar mehrere. Weitere Erhöhungen sind dabei oft schon eingepreist, denn viele Verträge enthalten Klauseln, die regelmäßig steigende Mieten festschreiben.

Viele Einrichtungen klagen zudem über eine mangelnde Refinanzierung: Nur bei einem knappen Viertel werden die Mietkosten von der öffentlichen Hand komplett übernommen, der Rest muss sie teilweise oder vollständig selbst zahlen. Dadurch wirkten sich Mieterhöhungen direkt auf die Finanzen der Einrichtungen selbst aus, heißt es in der Studie. Der Verband fordert deswegen, dass die Refinanzierung der Miet- und Nebenkosten gesetzlich verankert wird.

Mieterhöhungen stellen soziale Träger vor große Herausforderungen. Sie werden oft aus öffentlicher Hand bezahlt, können nicht einfach die Preise erhöhen – anders als Unternehmen aus der freien Wirtschaft, mit denen sie um die Geschäftsräume konkurrieren. Die Folgen bekommen laut der Studie die Menschen zu spüren, die auf die Angebote angewiesen sind: Träger berichten, dass sie wegen der hohen Mietkosten Öffnungszeiten kürzen, Gruppen zusammenlegen oder geplante Projekte kürzen oder gar streichen mussten.

Viele Verbände fürchten sich vor Mietsteigerungen

Die Studie legt einen besonderen Fokus auf die kleinen Einrichtungen mit nur einem Standort. Für sie ist die Frage der Miete oft schnell existenzbedrohend: Können sie die Erhöhung nicht mehr finanzieren oder finden sie nach einer Kündigung keine neuen Räumlichkeiten, kann das schnell das Aus des Trägers bedeuten. Vier von fünf der kleinen Einrichtungen gaben in der Umfrage an, dass sie sich Sorgen machen, im Falle einer Kündigung keine bezahlbare Alternative zu finden.

Die BAGFW fordert unter anderem einen verbindlichen Gewerbemietspiegel, einen besseren Mieterschutz für gemeinwohlorientierte Träger sowie die Sicherung von Flächen durch Städte und Kommunen für die soziale Infrastruktur. „Wo soziale Einrichtungen verdrängt werden, gehen mit ihnen auch Orte der Begegnung, der Beratung und der sozialen Stabilisierung verloren“, sagte Meyer auf der Heyde.

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