Schummelei

Jedes fünfte Hotelfoto steht unter KI-Verdacht


22.06.2026 – 10:24 UhrLesedauer: 3 Min.

Strahlender Himmel über einem Kreta-Resort (Symbolfoto): Wenn Fotos ein wenig zu perfekt aussehen, sollten Verbraucher stutzig werden. (Quelle: via www.imago-images.de)

Eine neue Analyse hat Tausende Hotelfotos auf KI-Spuren untersucht. Das Ergebnis dürfte viele Urlauber aufhorchen lassen.

Wer ein Hotel bucht, verlässt sich meist auf Fotos. Sie zeigen Zimmer, Pools, Restaurants oder den Blick vom Balkon und vermitteln einen ersten Eindruck vom Reiseziel. Eine neue Analyse zeigt jedoch, dass viele Bilder auf Buchungsplattformen mit Künstlicher Intelligenz erstellt oder nachbearbeitet worden sein könnten. Besonders in deutschen Großstädten fällt der Anteil überraschend hoch aus.

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Fast jedes fünfte Bild zeigt Hinweise auf KI

Darauf weist eine Untersuchung der Berliner Kreativ- und Marketingagentur ABCD Agency gemeinsam mit dem KI-Forensik-Anbieter ContentGuard.me hin. Die Experten analysierten im Mai 2026 insgesamt 25.550 Hotelfotos von 700 zufällig ausgewählten Hotels in sieben beliebten Reisezielen.

Nach Angaben der Autoren enthielten 4.778 der untersuchten Fotos mindestens ein Merkmal, das typischerweise auf eine KI-Generierung oder KI-Bearbeitung hindeutet. Das entspricht rund 19 Prozent aller analysierten Bilder.

Die Auswertung berücksichtigte sowohl technische Hinweise in den Bilddateien als auch visuelle Auffälligkeiten. Dazu zählen etwa ungewöhnliche Pixelmuster, Inkonsistenzen in Details oder Hinweise in den Metadaten der Dateien.

Die Analyse unterscheidet allerdings nicht zwischen vollständig KI-generierten Bildern und Fotos, die lediglich mit KI-Werkzeugen bearbeitet wurden.

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Kreta führt die Liste der Ferienziele an

Unter den klassischen Urlaubsdestinationen fiel Kreta besonders auf. Dort wiesen 960 von 4.139 untersuchten Bildern Hinweise auf einen möglichen KI-Einsatz auf. Das entspricht einem Anteil von 23 Prozent.

Deutlich niedriger lag der Wert auf Mallorca. Hier standen lediglich rund neun Prozent der Fotos unter KI-Verdacht. Auf Sizilien betrug der Anteil elf Prozent, auf Usedom zwölf Prozent und im türkischen Ferienort Alanya 13 Prozent. Damit zeigt sich eine erhebliche Spannbreite zwischen den einzelnen Reisezielen.

Hamburg und Berlin mit besonders hohen Werten

Noch auffälliger sind die Ergebnisse für deutsche Großstädte. In Hamburg enthielten 36 Prozent der untersuchten Bilder mindestens ein Signal für möglichen KI-Einsatz. Damit lag die Hansestadt an der Spitze der Auswertung.

Auch Berlin erreichte mit 27 Prozent einen vergleichsweise hohen Wert. Die Studienautoren vermuten einen möglichen Grund: Stadthotels nutzen häufig zusätzliche Bilder von Sehenswürdigkeiten oder Stadtansichten, etwa vom Hamburger Michel oder dem Berliner Fernsehturm. Solche Motive könnten häufiger mit KI erstellt oder bearbeitet worden sein als klassische Hotelaufnahmen.

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