Wahlduell in Rheinland-Pfalz
Kein „Rehbraune Augen“-Moment in Mainz
11.03.2026 – 02:02 UhrLesedauer: 3 Min.
Erst Händedruck, dann Zweikampf: Beim SWR-Fernsehduell knapp zwei Wochen vor der Landtagswahl stehen sich zwei mutmaßlich künftige Koalitionäre gegenüber.
In knapp zwei Wochen wird in Rheinland-Pfalz gewählt. Das SWR-Fernsehduell zwischen den beiden Männern, die um den Ministerpräsidentenposten in Mainz kämpfen, hat keine heftige Konfrontation, wohl aber Unterschiede in der Sache gezeigt. Es gab allerdings auch die ein oder andere gegenseitige Spitze.
In der Alten Lokhalle in Mainz standen sich SPD-Ministerpräsident Alexander Schweitzer, der die rheinland-pfälzische Staatskanzlei auch nach 36 Jahren in sozialdemokratischer Hand halten will, und sein CDU-Herausforderer Gordon Schnieder gegenüber. Ein Publikum vor Ort gab es nicht.
Einige Wähler hatten sich dafür vor der Halle positioniert. Bevor es mit dem Duell losging, wurde es draußen laut. Vor allem CDU-Sympathisanten gaben mit Plakaten, Transparenten und einem Megafon Gas, als Schnieder Händchen haltend mit seiner Ehefrau vorfuhr. „Das gibt Rückenwind“, rief er ebenfalls per Megafon seinen Anhängern zu.
Auch Schweitzer wurde mit Jubelrufen begrüßt. Es gab Plakate mit „Alex“ darauf, der Name des SPD-Spitzenkandidaten wurde gerufen.
In der Sendung „Rheinland-Pfalz wählt – das Duell“ blieb der Tonfall dann trotz inhaltlicher Differenzen durchgehend gedämpft. Es ging um Themen wie Bildung, Wirtschaft oder Verkehr.
Sowohl Schweitzer als auch Schnieder kritisierten Mineralölkonzerne für den deutlichen Anstieg der Spritpreise stark, beim Thema Kommunalfinanzen gingen die Meinungen dann aber auseinander: Während Schweitzer betonte, dass die SPD-geführte Landesregierung die Kommunen entlastet habe, warf Schnieder seinem Gegenüber Versäumnisse vor. Er sieht dabei strukturelle Probleme.
Etwas kontroverser wurde es, als es um Sonderurlaube für Landesbeamte ging. Hier ging Schnieder stärker in die Offensive, sagte, die Praxis der Landesregierung im Fall einer Beamtin, die beurlaubt für den SPD-Landesverband den Wahlkampf organisiert, sorge für mehr Politikverdrossenheit. Schweitzer betonte, alles sei rechtlich gedeckt, und konterte mit einem nach seinem Dafürhalten ähnlichen Fall im CDU-geführten Kanzleramt.
Von hitzigen Auseinandersetzungen wie der in Baden-Württemberg um ein Video des dortigen CDU-Spitzenkandidaten Manuel Hagel aus dem Jahr 2018, in dem der von „rehbraunen Augen“ einer Schülerin schwärmt und das von der politischen Gegenseite aufgegriffen wurde, ist das Duell in Rheinland-Pfalz meilenweit entfernt.
Für einen Lacher sorgte Schweitzer, als der Moderator zwischenzeitlich die Redezeit der beiden Politiker verglich und der Ministerpräsident auf mehr Zeit kam. „Das passt schon“, kommentierte Schweitzer. Er schaute regelmäßig rüber, als sein Kontrahent sprach. Umgekehrt war das weniger der Fall, Schnieders Blick war zumeist konzentriert nach vorn gerichtet.
