Ab 2027
Neue Eigenheimrente: Diese Förderung kennen viele nicht
08.10.2026 – 10:36 UhrLesedauer: 2 Min.
Fast die Hälfte der Deutschen hat noch nie von der Eigenheimrente gehört, die 2027 startet. Zugleich gelten Immobilien laut einer neuen Umfrage als beliebteste Form der Altersvorsorge.
Zum 1. Januar 2027 tritt mit dem Altersvorsorgereformgesetz auch die sogenannte Eigenheimrente in Kraft. Sie ersetzt den bisherigen Wohn-Riester und soll das Sparen für eine selbst genutzte Immobilie, das Abzahlen eines Immobiliendarlehens sowie Modernisierungen staatlich fördern.
Vorgesehen sind unter anderem eine Grundzulage von bis zu 540 Euro pro Jahr, eine Kinderzulage von bis zu 300 Euro je Kind und ein Berufseinsteigerbonus von einmalig 200 Euro. Angekommen ist das bei vielen bisher aber nicht.
48 Prozent der Deutschen haben von den Plänen noch nichts gehört, weitere 22 Prozent kennen lediglich den Begriff. Nur vier Prozent geben an, die Regelung genauer zu kennen. Das zeigt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der Bausparkasse Schwäbisch Hall.
Eigenheim vor ETF, gesetzliche Rente auf letztem Platz
Der zweite Befund der Umfrage: Wohneigentum genießt als Altersvorsorge großes Vertrauen. 76 Prozent der Befragten halten selbst genutztes Wohneigentum für eine „sehr gut“ oder „eher gut“ geeignete Form der Altersvorsorge. Es folgen die betriebliche Altersvorsorge mit 58 Prozent und vermietetes Wohneigentum mit 56 Prozent. ETFs, Aktien und Fonds kommen auf 49 Prozent, klassische Sparprodukte auf 38 Prozent. Die gesetzliche Rente landet mit 32 Prozent auf dem letzten Platz.
Auch die Jüngeren sehen es so: 70 Prozent der 18- bis 29-Jährigen und 76 Prozent der 30- bis 39-Jährigen halten das Eigenheim für geeignet, ETFs und Aktien erreichen in der jüngeren Gruppe 60 Prozent. Den höchsten Wert erzielen über 65-Jährige, die selbst im Eigentum wohnen. 89 Prozent von ihnen halten diese Vorsorgeform für geeignet. Sie haben den Kauf allerdings zu Preisen gestemmt, die mit der heutigen Lage wenig zu tun haben.
Zur Methode
Civey hat vom 28. August bis 7. September 2026 online 5.000 Bundesbürger ab 18 Jahren befragt. Die Ergebnisse sind nach Angaben des Instituts durch Quotierung und Gewichtung repräsentativ, der statistische Fehler liegt demnach bei 2,5 Prozentpunkten beim Gesamtergebnis. Der Wortlaut der Fragen und Antwortvorgaben wurde nicht veröffentlicht.
Sicherheit zählt mehr als Rendite
Aufschlussreich ist, womit die Befragten ihre Vorliebe begründen. Klassische Anlageargumente spielen eine untergeordnete Rolle: Sachwertaufbau und Chance auf Wertsteigerung nennen jeweils nur 28 Prozent. Im Vordergrund steht das Wohnen selbst: 57 Prozent nennen den Schutz vor steigenden Mieten, 46 Prozent selbstbestimmtes Wohnen im Alter, 43 Prozent die Nutzung schon vor dem Renteneintritt, 39 Prozent planbare Wohnkosten.
Das passt zu den Sorgen, die die Umfrage ebenfalls erhoben hat: 52 Prozent nennen eine zu niedrige gesetzliche Rente als größtes finanzielles Risiko im Alter, 51 Prozent steigende Pflegekosten, 40 Prozent Inflation. Unter 40-Jährige fürchten häufiger steigende Mieten als ältere Befragte.
„Ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung ist Vermögenswert, ersparte Miete und Zuhause zugleich“, sagt Matthias Zott, Bausparexperte bei Schwäbisch Hall. Kapitalmarkt und Eigenheim seien „kein Gegensatz, sondern in Kombination eine optimale Strategie“.