Wissenschaft braucht kein betreutes Vorlesung halten – Replik hinauf Eva von Contzen

Brudermord, Rachefeldzug, Selbstmord, Schmähungen gegen Frauen, Alkoholkonsum, Hinweise hinauf Kannibalismus – die verkettete Liste möglicher Trigger-Warnungen zu Shakespeares Hamlet ist weit. Eva von Contzen weist mit Recht hinauf eine Debatte zu Content und Trigger Warnings in jener universitären Lehre hin, die Deutschland mit einiger Verzögerung erreicht hat. Sollen, ja sollen Studenten vor notfalls traumatisierenden Inhalten in Vorlesungen und Seminaren geschützt werden?

Von Contzens Schlussrede zum Besten von vereinigen kreativen Umgang mit solchen Warnungen wirkt jedoch mit halber Kraft: Dozenten sollten Warnhinweise denn „Türöffner zur kritischen Debatte“ nutzen. In jener Realität dürften solche Hinweise vielmehr dazu münden, Diskussionen im Sämling zu ersticken, da Studenten zumindest indirekt aufgefordert werden, dem Seminar fernzubleiben oder die mit einem Warnhinweis versehenen Texte keiner erst zu Vorlesung halten. Studenten, die doch mündige Landsmann sein oder zumindest werden sollten, werden in Folge dessen im Namen einer wohlmeinenden „Fürsorge“ bevormundet, die den Idealen jener universitären Lehre widerspricht.

Wo wollte man denn mit jener Warnerei aufhören?

In einem literatur- und kulturwissenschaftlichen Seminar sollte die all­seitige „Wertschätzung“, von jener von Contzen spricht, sich sekundär hinauf den Text erstrecken, dessen Fremdheit erkannt und erschlossen sein will – und dessen Offenheit ohne Rest durch zwei teilbar nicht von vornherein mit Warnhinweisen zugedeckt werden dürfte, wollte man eine wirklich er­gebnisoffene Diskussion gelingen. Eine solche Diskussion jedoch schließt immer dasjenige Moment des Unerwarteten, jener Verwunderung und jener Irritation ein. Trigger Warnings sind keine „Türöffner“, sondern Fallgatter, die solche Momente keiner erst aufkommen lassen.

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