Hochschulen: Weniger Studierende, mehr Erstsemester

Zum ersten Mal seit 15 Jahren ist die Zahl der Studierenden in Deutschland zurückgegangen. Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Frankfurt berichtete, sind im laufenden Wintersemester ein Prozent weniger Studierende eingeschrieben als im Vorjahr. Damit hat sich die Studierendenzahl den Statistikern zufolge seit dem Wintersemester 2007/2008 erstmals wieder verringert.

Nach ersten Ergebnissen des Bundesamtes sind aktuell 2,9 Millionen Studentinnen und Studenten an einer Hochschule in Deutschland eingeschrieben, rund 30.400 weniger als im Wintersemester 2021/2022. Dabei verläuft die Entwicklung in den einzelnen Hochschularten unterschiedlich: An Universitäten sind es 1,8 Prozent weniger, an Fachhochschulen sind es 0,2 Prozent mehr, an Verwaltungsfachhochschulen sind 1,1 Prozent weniger, an Kunsthochschulen 1,4 Prozent mehr.

Trotz des Rückgangs bei der Gesamtzahl hat sich die Erstsemesterzahl nach ersten vorläufigen Ergebnissen um 0,4 Prozent leicht erhöht. Im Studienjahr 2022 (Sommer- und Wintersemester) nahmen 474.100 Personen erstmals ein Studium an einer deutschen Hochschule auf. Das waren 1800 mehr als im Vorjahr. Damit stieg die Studienanfängerzahl erstmals wieder, nachdem sie vier Jahre rückläufig war. Grund könnte sein, dass nach dem Ende der Corona-Beschränkungen wieder mehr Studierende aus dem Ausland nach Deutschland kommen.

Den Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks (DSW), Matthias Anbuhl, beunruhiget der Rückgang bei den Gesamtzahlen: „Wir dürfen nicht nur auf die Zahlen der Studienanfänger/-innen schauen, sondern müssen den jungen Menschen auch einen erfolgreichen Studienabschluss ermöglichen. Die Studierenden befinden sich in der schwierigsten sozialen Lage seit Jahrzehnten. Studienabbrüche aus Geldmangel kann sich unsere Gesellschaft nicht leisten.“ Nötig sei daher „ein Paket aus finanziellen Hilfen, mit einem existenzsichernden BAföG, das auch zu veränderten Studienwirklichkeiten passt“.

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