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Politik

Karl Lauterbach irritiert mit Äußerung

MitarbeiterBy MitarbeiterJuli 29, 2026
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Karl Lauterbach irritiert mit Äußerung

„Sehr auffällig“

Lauterbach irritiert mit Äußerung zum CSD-Anschlag


Aktualisiert am 29.07.2026 – 17:26 UhrLesedauer: 3 Min.

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SPD-Politiker Karl Lauterbach: „Sehr denkbar, dass ausländische Kräfte hier einwirken“. (Quelle: Chris Emil Janssen/imago)

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Wurde der CSD-Attentäter Abdul Ballout vom Ausland gesteuert? Diese Spekulation kommt bei Terrorexperten nicht gut an.

Der SPD-Politiker und frühere Gesundheitsminister Karl Lauterbach hat mit einer Äußerung zum Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin Kopfschütteln unter Terrorexperten ausgelöst. „Es ist in der Tat sehr auffällig, dass es unmittelbar vor Wahlen mehr Anschläge gibt“, kommentierte Lauterbach auf X einen Interviewausschnitt mit seinem Parteifreund und SPD-Innenexperten Sebastian Fiedler. „Sehr denkbar, dass ausländische Kräfte hier einwirken“, so Lauterbach.

In dem Interview mit dem Sender Phoenix sprach Fiedler davon, dass es seit 2024 eine „heftige Auffälligkeit“ bei Anschlägen kurz vor Wahlen gebe. „Denken Sie an Solingen, denken Sie an Mannheim, denken Sie an München, denken Sie an Berlin zwei Tage vor der Bundestagswahl“, listet Fieder mit Blick auf Anschlagsorte der jüngsten Vergangenheit auf. „Jetzt gerade läuft ein heißer Wahlkampf in Sachsen-Anhalt.“ Als Konsequenz fordert Fiedler größere Kompetenzen für die Geheimdienste, um mögliche Einflussnahme beispielsweise auf Russland aufdecken zu können.

  • Anschlag auf CSD: Ballouts Vater lebt wohl mit Mann zusammen – Hinweis auf Motiv?
  • Terrorexperte nach CSD-Anschlag: „Das hätte in diesem Fall Vorrang haben müssen“

Hinweise auf russische Einflussnahme nach Anschlagserie

Tatsächlich gab es nach der Serie von islamistischen Anschlägen 2024 und 2025 Hinweise auf eine Verwicklung Russlands. So berichtete der „Spiegel“ Anfang 2025, dass russische Agenten den Taliban in Afghanistan Geld geboten hätten für Terroranschläge in Europa. Mindestens zwei afghanische Asylbewerber in Deutschland sollen zu diesem Netzwerk Kontakt gehabt haben, hieß es. Auch der renommierte Terrorexperte Hans-Jakob Schindler nannte die Hinweise damals plausibel. Die Äußerungen Fiedlers und Lauterbachs nach dem Anschlag auf den Berliner CSD stoßen nun aber auf Kritik von Experten.

Der mutmaßliche CSD-Attentäter Abdul Ballout wurde in einer Berliner Kleingartenanlage von der Polizei getötet.Vergrößern des Bildes
Der mutmaßliche CSD-Attentäter Abdul Ballout wurde in einer Berliner Kleingartenanlage von der Polizei getötet. (Quelle: Polizei Berlin)

So schrieb der Terrorismusforscher Peter R. Neumann zu Lauterbachs Äußerungen auf X: „Ja, es gibt russisch und iranisch gesteuerten Terror und Sabotage gegen Deutschland. Und ja, unsere Nachrichtendienste sollten mindestens so leistungsfähig sein wie ihre europäischen Partner. Aber: Es gibt keinerlei ernsthafte Hinweise, dass dieser Anschlag oder die Anschläge vor der Wahl 2025 aus dem Ausland gesteuert wurden.“

„Wie weit von der Realität muss man eigentlich entfernt sein?“

Das hätten die Nachrichtendienste in einigen Fällen selbst klargestellt, erklärt Neumann und schreibt weiter: „Derartige Spekulationen helfen niemandem. Im Gegenteil: Sie lenken von der eigentlichen Herausforderung ab, die sich aus der schrecklichen Tat von Berlin ergibt – und das ist die Bekämpfung des Dschihadismus.“ Ähnlich äußerte sich der Berliner Extremismusforscher Ahmad Mansour.

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