„Ich war drei Jahre lang ruhig“
Biathletin erhebt Vorwürfe gegen eigenen Verband
14.06.2026 – 14:10 UhrLesedauer: 2 Min.
Nach dem Kreditkartenbetrug von Julian Simon erhebt das Opfer neue Vorwürfe. Justine Braisaz-Bouchet nimmt dabei den eigenen Verband ins Visier.
Die Französin Justine Braisaz-Bouchet gehörte in der abgelaufenen Biathlonsaison zu den dienstältesten Profis im Feld. Über 300 Weltcup-Starts hat sie bereits absolviert, ihr Debüt feierte sie 2014/15. Zuletzt ging es bei ihr aber nicht nur um sportliche Themen. Denn sie war das Opfer des Kreditkartenbetrugs von ihrer Kollegin Julia Simon.
Die Olympiasiegerin wurde im vergangenen Herbst schuldig gesprochen, die Kreditkarte ihrer Landsfrau gestohlen und damit eingekauft zu haben. Nun äußerte sich Braisaz-Bouchet erstmals selbst ausführlich dazu, wie es ihr als Opfer ergangen ist. „Ich war drei Jahre lang ruhig, habe nichts gesagt. Ich habe mir immer wieder eingeredet, dass die Wahrheit rauskommen würde. Aber als die Justiz ihr Urteil gesprochen hat, habe ich realisiert, dass es nichts geändert hat“, sagte sie im Gespräch mit der französischen „L’Équipe“.
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Die Biathletin blickte bei ihrer Kritik vor allem auf den eigenen Verband. Denn dieser zog Simon nur für wenige Wochen aus dem Gefecht. „Normalerweise gibt es keine Handlungen ohne Konsequenzen. Man kann sich nicht rücksichtslos verhalten“, betonte Braisaz-Bouchet und stellte dieser Einstellung die Mini-Strafe des Verbands gegenüber: „Für mich ist das unmöglich. Das ist das Gefühl, das ich hatte.“
Sie habe sich „absolut nicht wertgeschätzt gefühlt“ und klagte eine grundsätzlich falsche Herangehensweise an die Thematik an: „Wir fokussieren uns immer auf die Beschuldigten, reden aber nie über die Opfer. Die Gesellschaft sollte anders funktionieren.“ Und anders sollte es auch innerhalb des französischen Biathlon-Teams ablaufen. Braisaz-Bouchet sprach von „einer dysfunktionalen Gruppe“, in der sie nicht mehr funktionieren könne. In Vorbereitung auf die neue Saison arbeitet die Biathletin daher alleine.
