Generalbundesanwalt übernimmt

Fall Klöckner: Ermittlungen wegen Spionageverdacht


Aktualisiert am 24.04.2026 – 15:16 UhrLesedauer: 2 Min.

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner wurde Opfer einer Phishing-Attacke. (Archivbild) (Quelle: IMAGO/Andreas Gora/imago)

Hacker knacken das Handy von Julia Klöckner. Auch Chats mit der CDU-Spitze liegen offen. Jetzt schaltet sich Karlsruhe in die Affäre ein. Der Grund: Spionageverdacht.

Nach einem Hacker-Angriff auf das Mobiltelefon von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) hat die Karlsruher Bundesanwaltschaft die Ermittlungen an sich angezogen. Das berichtete das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.

Laut „Spiegel“ laufen die Karlsruher Ermittlungen bereits seit Mitte Februar. Niederländische Geheimdienste machen demnach „russische staatliche Akteure“ für die groß angelegte und seit Monaten andauernde Angriffswelle verantwortlich.

Demnach sind auch Nato-Angehörige von der Phishing-Welle betroffen. Laut „Spiegel“ warnte der deutsche Militärische Abschirmdienst (MAD) bereits im Januar vor der Hacker-Welle. Insgesamt gehen die Behörden in Berlin und Brüssel von 300 Betroffenen aus.

Das Magazin hatte zuvor über einen Angriff auf den Signal-Kanal für Kurznachrichten von Klöckner berichtet. Demnach war die 53-Jährige auch in einem Signal-Gruppenchat mit Mitgliedern des CDU-Präsidiums, dem auch Parteichef und Kanzler Friedrich Merz angehört.

Der Phishing-Skandal trifft auch die SPD im Bundestag. „Nach derzeitigem Kenntnisstand sind einige wenige Abgeordnete unserer Fraktion von diesen Angriffen betroffen“, bestätigte die Fraktion der Nachrichtenagentur AFP. Laut Spiegel sind „praktisch alle Fraktionen“ im Bundestag kompromittiert. Die Unions-Fraktion habe ihre Mitglieder bereits im Februar aufgefordert, statt Signal den alternativen Messenger-Dienst Wire zu nutzen.

Deutsche und ausländische Sicherheitsdienste warnen seit Monaten vor einer sogenannten Phishing-Angriffswelle, die auf die heimliche Übernahme von Signal-Konten von Politikern, Beamten, Diplomaten, Militärs und Journalisten zielt. Ausländische Sicherheitsdienste machen dafür Russland verantwortlich.

Zuletzt hatte der niederländische Inlandsgeheimdienst AIVD die aktuelle Sicherheitslage in Europa mit drastischen Worten beschrieben. „In den 80 Jahren des Bestehens des AIVD und seiner Vorgängerorganisationen gab es noch nie eine Bedrohungslage wie die jetzige, in der die nationale Sicherheit über einen so langen Zeitraum von so vielen Seiten gleichzeitig unter Druck steht“, so Generaldirektorin des Geheimdienstes, Simone Smit. Sie bezeichnet Russlands Haltung gegenüber Europa als „unangenehme Tatsache“ So verhalte sich etwa Russland „stets feindlicher“, heißt es in einer Analyse

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