Von der Bestsellerliste nach Bellevue?
Juli Zeh will Bundespräsidentin werden
26.02.2026 – 13:07 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Autorin Juli Zeh kann sich vorstellen, die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier als neue Bundespräsidentin anzutreten. So begründet sie ihre Eignung.
Die Autorin Juli Zeh kann sich vorstellen, die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier als neue Bundespräsidentin anzutreten. Der „Zeit“ sagte Zeh, sie sei dieses Mal nicht gefragt worden, könne es sich aber tatsächlich vorstellen. „Aber nicht jetzt, weil ich das mit der Doppelbelastung aus Beruf und Familie nicht in Einklang bringen könnte.“
Zeh begründete ihre Eignung damit, dass es momentan die Sehnsucht nach Personen gebe, „die ein bisschen atypisch für den Politikbetrieb sind, was das Auftreten und die Rhetorik betrifft“. Weiter erklärte die brandenburgische Richterin: „Man bräuchte jemanden, der in dieser sogenannten Polarisierung nicht klar einem Lager zugeordnet ist.“ Ihr eigenes Persönlichkeitsprofil könne da ganz gut reinpassen, so Zeh.
Laut der Schriftstellerin gehe die Erwartung inzwischen dahin, dass der Bundespräsident sich viel stärker positioniere und politisch einbringe. Hätte sie das Amt inne, würde sie das „Hauptaugenmerk auf die großen gesellschaftlichen Baustellen richten: Bildung, Gesundheitssystem und Mobilität jenseits vom Auto.“ Da sei ein massiver Nachholbedarf, „gerade für sozial schwache Menschen, die in Randgebieten oder auf dem Dorf wohnen“, erklärte Zeh.
Tatsächlich zeigte sich auch CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann Mitte Februar offen für eine Bundespräsidenten-Kandidatur, die nicht aus der Politik kommt. Linnemann sagte dem Magazin „Stern“: „Ich bin großer Fan von Joachim Gauck. Er war einer der besten Bundespräsidenten. Ein unglaublicher Charakter, toller Typ, mutig. So eine integre Persönlichkeit brauchen wir.“
Gauck war evangelischer Theologe und der erste parteilose Bundespräsident. Er war als gemeinsamer Kandidat von CDU/CSU, FDP, SPD und den Grünen angetreten. Es ist in Deutschland allerdings üblich, dass Bundespräsidenten ihre Parteimitgliedschaft ruhen lassen oder faktisch aufgeben, wenn sie ins Amt kommen.
