„Ruck für die junge Generation“
JU-Chef will Rente zugunsten von Bafög kürzen
06.06.2026 – 23:28 UhrLesedauer: 2 Min.
Einsparungen sollen fair verteilt werden, sagt der CDU-Politiker. Er richtet einen Appell an die schwarz-rote Koalition.
Der Vorsitzende der Jungen Union, Johannes Winkel, hat sich in der Diskussion mit einem Vorschlag zu Wort gemeldet. Er will die geplante Rentenerhöhung am 1. Juli kürzen – und das gesparte Geld ins Bafög stecken.
Konkret schlug der Chef der Nachwuchsorganisation von CDU und CSU in der „Bild“ vor, die Renten nur um 3 und nicht um 4,2 Prozent steigen zu lassen. Die so frei werdenden finanziellen Spielräume sollten genutzt werden, um die auf der Kippe stehende Bafög-Erhöhung zu bezahlen und um Kürzungen beim Elterngeld zu verhindern.
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„Die Erhöhungen der Rente, des Bafög und des Elterngelds sind allesamt im Koalitionsvertrag vereinbart“, sagte Winkel. Zwar müssten diese Versprechen angesichts der Haushaltslage auf den Prüfstand. Aber: „Warum die Einsparungen nicht fair verteilt werden, ist nicht nachvollziehbar.“ Der CDU-Politiker appellierte an die schwarz-rote Koalition von Kanzler Friedrich Merz (CDU): „Gebt euch einen Ruck für die junge Generation, liebe Regierung!“
Rentenerhöhung ist per Gesetz geregelt
Ganz so einfach ist das aber nicht. Denn die Rentenanpassung zum 1. Juli ist gesetzlich festgeschrieben. Die Höhe basiert auf Daten des Statistischen Bundesamts zur Entwicklung der Bruttolöhne und -gehälter des Vorjahres. Für die Rentenerhöhung zum 1. Juli 2026 war beispielsweise eine Lohnentwicklung von 4,25 Prozent maßgeblich. Die Rentenwertbestimmungsverordnung 2026 ist derzeit noch in der Abstimmung.
Die Koalition hatte sich vorgenommen, das Bafög zu erhöhen. So soll unter anderem die Wohnkostenpauschale zum Wintersemester 2026/2027 einmalig von 380 auf 440 Euro pro Monat steigen, was auch im Koalitionsvertrag festgehalten ist. Dagegen kam zuletzt Unmut in der Union auf. Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) hatte gesagt, man werde staatliche Leistungen wie Bürgergeld, Wohngeld, Elterngeld oder Bafög absehbar nicht erhöhen können.
VdK-Präsidentin warnt: „Stimmung ist angespannt“
Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) drängt beim Bafög unter anderem auf eine Erhöhung der Wohnkostenpauschale. Auch aus der Union gibt es Unterstützung. „Die Bafög-Erhöhung muss kommen. Dafür setze ich mich ein“, sagte die CDU-Politikerin Wiebke Winter dem „Focus“.
Die Vorsitzende des Sozialverbandes Deutschland SoVD, Michaela Engelmeier, hatte am Samstag vor Einschnitten gewarnt: „Die sich bisher abzeichnenden Ideen sind vor allem Kürzungen und Einsparungen. Das verdient keinen Blankoscheck.“
Die VdK-Präsidentin Verena Bentele mahnte: „Die Stimmung ist angespannt, und es grummelt deutlich.“ Viele Menschen hätten den Eindruck, dass bei den kleinen Leuten gespart werde.











