Die Teamführung: Als Newey erst im November 2025 zum Teamchef ernannt wurde, war das Erstaunen in der Branche groß. Der 67-Jährige hatte zuvor schließlich über Jahrzehnte erfolgreich im Hintergrund gearbeitet. Die von ihm konzipierten Autos für Williams und Red Bull fuhren insgesamt zu 14 Fahrer- und zwölf Team-Weltmeisterschaften, dazu zu stattlichen 223 Rennsiegen. Newey gilt als der „Design-Guru“ der Formel 1.

Doch die Position in allererster Reihe, als Hauptverantwortlicher eines ganzen Teams, war auch für den Altmeister Neuland. „Ich würde sogar sagen, dass es derzeit an Führung mangelt“, erklärte Lobato weiter. Newey schien sich in dieser exponierten Position nie so ganz wohl zu fühlen – nicht ohne Grund wolle er sich nach Wheatleys Verpflichtung wieder ganz auf die technische Entwicklung konzentrieren, wird berichtet. „Er ist gut in dem, was er gut kann“, sagte Lobato. Ohnehin war schon zu Beginn nur eine einjährige Amtszeit vorgesehen – diese endet nun wohl vorzeitig.

Wheatley soll nun nachfolgen – Berichten zufolge sogar auf Vorschlag Neweys hin. Die beiden arbeiteten schließlich einst 20 Jahre lang beim Red-Bull-Rennstall zusammen. Erst im vergangenen Jahr verließen beide das österreichische Team, um sich ihren neuen Arbeitgebern anzuschließen. Und werden nun wohl erneut zusammenfinden. Es geht schließlich jetzt schon um alles.

Der Motor: Das Aggregat, das seit dieser Saison vom japanischen Autobauer Honda geliefert wird, der Mercedes abgelöst hat, macht große Probleme. Mehr noch: Der „RA626H“ ist aktuell eigentlich nicht Formel-1-tauglich. Schon bei den Tests in Barcelona und Bahrain vor Saisonstart zeigte das Auto deutliche Schwächen. Bis zu viereinhalb Sekunden fehlten zur Konkurrenz. Es stimmt nicht im Boliden, auch nicht im Getriebe, das Aston Martin zum ersten Mal selbst gefertigt hat.

Und: Das Auto ist offenbar eine Gefahr für die Gesundheit der Fahrer. Alonso habe beklagt, „dass er nicht mehr als 25 Runden am Stück“ fahren könne, „ohne eine dauerhafte Schädigung der Nerven in seinen Händen zu riskieren“, meinte Newey. Lance Stroll wiederum, der zweite Fahrer, rechne sogar damit, „dass er nicht mehr als 15 Runden fahren kann, bevor diese Schwelle erreicht ist.“ Der Grund dafür liegt in starken Vibrationen, die von dem neuen Honda-Motor ausgehen.

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