Biathlon-Auftritte bei Olympia
Rekord-Weltmeister Bö: „Bin enttäuscht von den Deutschen“
20.02.2026 – 12:19 UhrLesedauer: 2 Min.
Rekordweltmeister Johannes Thingnes Bö kritisiert das Abschneiden der deutschen Biathleten bei den Winterspielen. Er fordert eine grundlegende Veränderung im Trainingssystem.
Der norwegische Rekordweltmeister Johannes Thingnes Bö hat die deutschen Biathleten für ihr Abschneiden bei den Winterspielen kritisiert.
Im Interview mit TV-Sender Sport1 sagte Bö: „Ich bin sehr enttäuscht von den Deutschen. Sowohl die Damen als auch die Herren waren nicht gut genug.“ In bislang neun Olympia-Rennen reichte es nur in der Mixed-Staffel zu einmal Bronze für Deutschlands Biathletinnen und Biathleten in Südtirol.
„Norwegen und Frankreich haben inzwischen einen großen Vorsprung auf die anderen Nationen, und es ist traurig zu sehen, dass Deutschland nur eine Bronzemedaille gewonnen hat, weil es ein wichtiges Land für den Biathlon-Sport ist“, sagte Bö weiter.
Der fünfmalige Olympiasieger sieht die Notwendigkeit einer Veränderung im deutschen Trainingssystem. Deutschland müsse mehr „nach Norwegen und Frankreich blicken, besonders beim Biathlon der Frauen“, ergänzte er im Interview mit ran: „Möglicherweise wäre es eine Idee, gemeinsame Trainingscamps mit diesen Nationen abzuhalten und dadurch Wissen zu teilen. Das wäre ein guter Start.“
Vor allem für Deutschlands Spitzenathletin Franziska Preuß gerieten die Spiele zu einem Debakel am Schießstand, wo ihr mehrfach die Nerven versagten. Bö glaubt dennoch, dass die Weltcup-Gesamtsiegerin aus dem Vorjahr in ihrem letzten olympischen Karriererennen am Samstag noch aufs Treppchen laufen kann: „Ich glaube an eine Medaille für Franzi im Massenstart, das tue ich wirklich“, sagte Bö.
Er werde „Franzi einfach viel Glück wünschen und sagen: ‚Entspann dich, habe Spaß'“. Die deutsche Hoffnungsträgerin sei schon mehrmals „nah dran“ gewesen. Doch „wenn es am Ende nicht gut für dich ausgeht“, könne Biathlon eben „eine der schlimmsten Sportarten“ sein.
