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Home » Joachim Gauck sieht AfD-Wähler auf dem Irrweg – neue CDU-Allianz?
Politik

Joachim Gauck sieht AfD-Wähler auf dem Irrweg – neue CDU-Allianz?

MitarbeiterBy MitarbeiterJuli 10, 2026
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Joachim Gauck sieht AfD-Wähler auf dem Irrweg – neue CDU-Allianz?

Altbundespräsident bei „Lanz“

Gauck bringt neue Allianz für Union ins Spiel


Aktualisiert am 10.07.2026 – 07:57 UhrLesedauer: 3 Min.

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Joachim Gauck bei der Verleihung des Internationalen Brückepreises der Europastadt Görlitz (Archivbild): Er zeigt Verständnis für die „Sorge vor Identitätsverlust“. (Quelle: IMAGO/Matthias Wehnert/imago)

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Joachim Gauck fordert „mehr argumentativen Eifer“ gegen die AfD – und hält Kooperationen von CDU und Linke für denkbar, um die Rechtspartei zu verhindern.

Als „schöne Tradition“ bezeichnete Markus Lanz zu Beginn sein alljährliches Sommergespräch mit dem Altbundespräsidenten (2012–2017) – und konfrontierte ihn gleich mit einer Aussage, die er vor drei Jahren über die AfD getätigt hatte: „Die werden niemals an die Macht kommen.“ Mit Blick auf die Landtagswahl Anfang September in Sachsen-Anhalt, bei der Umfragen die Rechtspopulisten derzeit vorne sehen, räumte Joachim Gauck nun ein: „Das war eine Portion Optimismus zu viel.“ Mit Blick auf den Bund blieb das ehemalige Staatsoberhaupt aber bei seiner Prognose.

Der Gast

  • Joachim Gauck, Altbundespräsident

Nachdem der 86-Jährige einmal mehr den deutschen Hang zum „Versitzen“ beklagt hatte, also das Verharren in Untätigkeit, spielte der Moderator Auszüge aus der berühmten „Ruck-Rede“ seines Amtsvorgängers Roman Herzog von 1997 ein. „Richtig, ein Wort zum Tage“, kommentierte Gauck den rund 30 Jahre alten Appell für Veränderungsbereitschaft und Eigenverantwortung. Bis heute sei die deutsche Gesellschaft „vertraut mit dem Gefühl, im Sicheren zu verbleiben“ – nur zu verwalten und zu bewahren, eröffne aber keine Zukunftschancen.

  • Wahl in Sachsen-Anhalt: Diese Punkte könnte die AfD sofort umsetzen
  • „Vor allem Gegenwind“: Kritik an der SPD-Parteiführung

Ob die aktuellen Reformbemühungen der schwarz-roten Bundesregierung „zu halbherzig“ seien, wollte Lanz als Nächstes wissen. Aber Gauck äußerte sich sogar verhalten lobend: „Ich sehe endlich ein bisschen Bewegung“, so der studierte Theologe. Auch den Kanzler verteidigte er. Er müsse Friedrich Merz ein „bisschen in Schutz nehmen“, erklärte Gauck, der Regierungschef sei ja schon „runtergeschrieben“ worden, bevor er überhaupt angefangen habe. „Wir müssen nicht von diesem Mann befürchten, dass er uns in die Irre führt“, zeigte sich Gauck überzeugt, insofern sei es auch nicht nötig, „jeden misslungenen Halbsatz zum Fanal des Unvermögens zu erheben“.

Gauck: AfD-Wähler sind auf dem Irrweg

Mit wem er Irrwege stattdessen assoziiert, machte der Altbundespräsident gleich mehrfach deutlich: eben mit der AfD. „Ich verurteile AfD-Wähler nicht als Faschisten, sage aber, dass sie auf einem Irrweg sind“, so Gauck. Zugleich zeigte er angesichts von Globalisierung und zunehmender Entgrenzung Verständnis für eine „Sehnsucht nach Beheimatung“, für die „Sorge vor Identitätsverlust“. In diesem Zusammenhang seien die Sorgen der Menschen vor den Folgen der Migration nicht ernst genug genommen worden. Auf dieser Klaviatur spielten die Nationalpopulisten, die es im Übrigen ja auch in anderen Ländern gebe, etwa in skandinavischen Ländern. Gauck nannte es „eine ungute Suppe, die sie sich da zusammengerührt haben“, und forderte „mehr argumentativen Eifer“ bei ihrer Bekämpfung.

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