Bonn (DW/dpa/d.de) – Der deutsche Auslandssender Deutsche Welle (DW) hat seinen 12. DW Freedom of Speech Award an den seit 2020 inhaftierten Hongkonger Medienunternehmer Jimmy Lai verliehen. Seine Tochter Claire Lai nahm den Preis in seinem Namen entgegen.

„Jimmy Lai hat sich unter großem persönlichen Risiko unerschütterlich für die Pressefreiheit in Hongkong eingesetzt, selbst als der Raum für unabhängigen Journalismus immer kleiner wurde. Mit Apple Daily bot er Journalisten eine Plattform für kostenlose Berichterstattung und gab der Demokratiebewegung in Hongkong eine Stimme“, sagte DW-Generaldirektorin Barbara Massing.

Jimmy Lai wurde 1947 in Südchina geboren und floh 1960 als Kind nach Hongkong. 1995 gründete er die demokratiefreundliche Zeitung Apple Daily. In den folgenden Jahren entwickelte sich Lai, der britischer Staatsbürger ist, zu einem der prominentesten Befürworter der Demokratie in Hongkong, indem er demokratiefreundliche Parteien finanziell unterstützte und während der Massenproteste in Hongkong 2019 und 2020 öffentlich auftrat.

Nach der Einführung des chinesischen nationalen Sicherheitsgesetzes für Hongkong im Juni 2020 wurde Lai verhaftet und wird seit Dezember 2020 in Einzelhaft festgehalten. Trotz seiner britischen Staatsbürgerschaft verweigern die Hongkonger Behörden dem britischen Konsulat weiterhin den Zugang zu ihm.

Anfang des Jahres verurteilte ein Gericht in Hongkong Jimmy Lai zu 20 Jahren Haft, nachdem er ihn wegen „Verschwörung zur Absprache mit ausländischen Kräften“ und Verschwörung zur Veröffentlichung von „aufrührerischem Material“ verurteilt hatte.

Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger hatte Lai bereits im Mai mit dem Pressefreiheitspreis ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand unter der Schirmherrschaft der Bundestagspräsidentin Julia Klöckner statt.

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