Jens Stage

Werders bester Mann vor dem Abflug?

18.05.2026 – 03:03 UhrLesedauer: 2 Min.

Jens Stage (Archivbild): Der Däne lässt sich alle Optionen offen. (Quelle: IMAGO/osnapix / Marcus Hirnschal/imago)

Trainer Thioune nennt ihn „Lebensversicherung“, doch Jens Stage lässt Werder nach dem Saisonfinale zittern. Ein Satz des Dänen bringt Unruhe an die Weser.

Es war ein ungewöhnlicher Auftritt: Jens Stage lief beim letzten Saisonspiel des SV Werder Bremen gegen Borussia Dortmund gemeinsam mit seinem Sohn ins Weserstadion ein. Dass ausgerechnet er es war, der den Klub anschließend mit einer offenen Zukunftsfrage zurückließ, passte zum Widerspruch des Augenblicks. Das Spiel verloren die Grün-Weißen 0:2 und was danach kam, beschäftigt Werder wohl noch den ganzen Sommer.

Denn Stage, nach Einschätzung vieler der wichtigste Feldspieler des Klubs, ließ offen, ob er über die laufende Saison hinaus an der Weser bleibt. Vertraglich ist er noch bis 2028 gebunden, doch das allein schützt Werder offenkundig nicht vor einem Abgang. „Ich bin hier glücklich, es ist ein richtig geiler Verein. Aber im Fußball weiß man nie, was passiert“, sagte der 29-jährige Däne nach dem Abpfiff.

Stage stellt Bedingungen – und schaut genau hin

Die Richtung seiner Überlegungen machte Stage noch klarer: „Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder ich bleibe hier noch ein paar Jahre oder ich probiere im Sommer vielleicht noch einmal etwas Neues aus.“ Einen Verbleib nannte er „definitiv nicht ausgeschlossen“, ein Wechsel ist aber auch nicht vom Tisch.

Auffällig: Stage machte seine Entscheidung auch davon abhängig, was Werder in den kommenden Wochen tut. „Das fängt bei den Verantwortlichen an und damit, was passiert, während wir im Urlaub sind“, sagte er. „Wichtig ist natürlich auch, dass die Richtung des Clubs wieder stimmt.“ Der Mittelfeldspieler beobachtet also sehr genau, wie sich der Verein in der Transferperiode aufstellt, bevor er selbst eine Entscheidung trifft.

Thioune: „Wir müssen dafür werben“

Im vergangenen Sommer hatte es kein Angebot für ihn gegeben. Dieses Mal könnte das anders aussehen: Als einer der konstantesten Werder-Profis der vergangenen beiden Bundesligaspielzeiten – und mit zehn Saisontoren als treffsicherster Bremer – dürfte Stage Interesse wecken.

Trainer Daniel Thioune sprach nach dem Spiel ungewohnt offen darüber, wie viel Stage dem Klub bedeutet. „Jens Stage war mit Sicherheit die Lebensversicherung. Nicht nur wegen der vielen Tore, sondern auch wegen der Art und Weise, wie er das Team geführt hat“, sagte der Coach. Und weiter: „Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich gerne mit ihm weiterarbeiten würde.“

Fritz bleibt gelassen – vorerst

Gleichzeitig räumte Thioune ein, dass Werder Stage nicht einfach halten kann, sondern ihn aktiv überzeugen muss: „Es ist wichtig, dass ein Spieler wie Jens sich klar zu uns bekennt. Aber wir müssen auch ein bisschen dafür werben, dass sich Jens für uns entscheidet.“ Der Klub stehe in der Pflicht, ihm aufzuzeigen, wohin die Reise geht.

Sportchef Clemens Fritz gab sich nach außen hin entspannt. „Er hat noch Vertrag“, sagte der 44-Jährige knapp. Fritz machte deutlich, dass er Spielern grundsätzlich keine Einblicke in laufende Planungsprozesse gebe – das sei nicht sein Ansatz. Stattdessen kündigte er an, den Transfersommer früher anzugehen als im Vorjahr. Ob das reicht, um Stage zu überzeugen, wird sich zeigen.

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