Flucht von der Schiene
Jeder Dritte meidet Zugfahrten
23.04.2026 – 06:01 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Bahn ist so unzuverlässig, dass die Deutschen umsteigen. Laut der aktuellen HUK-Mobilitätsstudie werden die Bürger 2026 zurück zum Auto flüchten. Selbst die Jugend verabschiedet sich von der Verkehrswende.
Die Deutsche Bahn kämpft mit einem massiven Akzeptanzproblem: 35 Prozent der Bundesbürger meiden Zugfahrten inzwischen, wann immer es geht. Das Vertrauen ist so stark erschüttert, dass 26 Prozent wichtige Termine gar nicht mehr mit der Bahn planen. Wer es dennoch versucht, kalkuliert deutlich größere Zeitpuffer ein als noch vor zwei Jahren.
Besonders drastisch fällt das Urteil der 16- bis 24-Jährigen aus. In dieser Altersgruppe ist der Glaube an die Zukunftsfähigkeit der Bahn am stärksten eingebrochen. Das geht aus der aktuellen Mobilitätsstudie des Versicherers HUK-Coburg hervor.
Vor allem das Auto profitiert vom Bahnfrust. Mit 76 Prozent Zustimmung ist es das mit Abstand beliebteste Verkehrsmittel der Zukunft. Die unter 40-Jährigen holen dabei rasant auf: Ihre Vorliebe für das eigene Auto ist in den vergangenen vier Jahren viermal so stark angestiegen wie bei den Älteren. Damit ist der Wunsch nach individueller Mobilität zwischen Jung und Alt heute fast deckungsgleich. Das Fahrrad hingegen verliert deutlich an Boden und überzeugt nur noch 16 Prozent als Zukunftsmodell.
Die regionale Auswertung deckt Brennpunkte auf: In Nordrhein-Westfalen leiden die Menschen am stärksten unter unkalkulierbaren Verkehrsverhältnissen. In den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen fordern die Bürger hingegen eine härtere Gangart: Hier werden Polizeikontrollen und drastische Strafen für Verkehrsdelikte am meisten gefordert.
Trotz der Rückkehr zum Auto bleibt der Wunsch nach einem funktionierenden Nahverkehr groß. Mehr als zwei Drittel der Befragten befürworten einen kostenfreien ÖPNV und eine höhere Taktung. Auch die staatliche Förderung von E-Autos findet mit 52 Prozent eine Mehrheit.










