Umfrage zeigt

Jeder Dritte glaubt an „menschliche Rassen“


19.03.2026 – 22:06 UhrLesedauer: 2 Min.

Eine Umfrage zeigt wie häufig Menschen mit Migrationshintergrund Diskrimination erfahren. (Symbolbild) (Quelle: imago stock&people)

Jeder Dritte glaubt an die Existenz menschlicher „Rassen“, fast die Hälfte hält bestimmte Gruppen für „von Natur aus fleißiger“.

Rassistische Denkmuster sind in Deutschland weiter verbreitet, als viele glauben: Laut Ergebnissen des Rassismusmonitors glaubt jeder dritte Deutsche an die Existenz von menschlichen Rassen.

Laut des Monitoringberichts des Nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitors (Nadira), der anlässlich des Internationalen Tages gegen Rassismus am Donnerstag veröffentlicht wurde, stimmen 36 Prozent der Befragten der Aussage zu, es gebe verschiedene menschliche „Rassen“. Das ist wissenschaftlich längst widerlegt. Menschen haben keinerlei unterschiedlich ausgeprägte Fähigkeiten oder Charakterzüge, die mit ihrer Ethnie zusammenhängen.

Laut Nadira glauben 48 Prozent der Befragten, dass gewisse Gruppen „von Natur aus fleißiger“ seien als andere, 27 Prozent widersprachen dem vehement. 66 Prozent der Befragten zeigten sich überzeugt, bestimmte Kulturen seien „fortschrittlicher und besser“ als andere, 15 Prozent stimmten dem überhaupt nicht zu.

Ferda Ataman, Unabhängige Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung, erklärte in einer Pressemitteilung dazu: „Wenn Menschen anderen Menschen nur wegen ihres Aussehens oder ihrer Herkunft weniger Wert zuschreiben als sich selbst, ist das rassistisch.“ Die Ergebnisse des Berichts seien ein Weckruf, dass die Gesellschaft entschiedener gegen Rassismus vorgehen müsse. „Freundliche Bekenntnisse zur Vielfalt in der Gesellschaft reichen nicht, die Bundesregierung muss Menschen endlich besser vor Diskriminierung schützen.“ Dazu brauche es eine umfassende Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes, so Ataman weiter.

Der Rassismusmonitor zeigt zudem, dass Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland oft Erfahrung mit Diskriminierung im Alltag machen. 40 Prozent der Schwarzen machen Diskriminierungserfahrungen im öffentlichen Bereich. Bei muslimisch gelesenen Personen sind es über ein Drittel der Frauen und etwa ein Viertel der Männer. Ferda Ataman gibt dazu zwei Beispiele: Wenn Menschen im Vorbeigehen gesagt werde „Euch Messerstecher kriegen wir auch noch.“ Oder ein Schüler von einer Lehrkraft aufgefordert werde: „Komm nach vorn zur Tafel, Mohammed, du kleiner Terrorist“, dann ist das offene Diskriminierung. „Beides ist verboten.“

Dabei werde Diskriminierung oft nicht als solche erkannt, sondern verschleiert, so Ataman. Es werde beispielsweise in subtileren Formulierungen und eher von Kultur als von Rasse gesprochen.

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