Nur 800 Meter Abstand
Japan gelingt riskanter Vorbeiflug an Asteroid
07.07.2026 – 13:40 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine japanische Sonde ist ganz knapp an einem Asteroiden vorbeigeflogen. Jetzt hat das Raumfahrzeug eine erste Aufnahme von dem Objekt zur Erde geschickt.
In einem Testflug für die Abwehr potenziell gefährlicher Himmelskörper ist die japanische Raumsonde „Hayabusa2“ in unmittelbarer Nähe an einem erdnahen Asteroiden vorbeigeflogen. Die Sonde passierte am vergangenen Wochenende in geringer Entfernung den Asteroiden Torifune, wie eine Sprecherin der japanischen Raumfahrtbehörde Jaxa mitteilte.
Während des Vorbeiflugs sammelte die Sonde wissenschaftliche Daten und machte Bilder vom Asteroiden. Eines davon hat die Jaxa nun veröffentlicht. Es zeigt, dass es sich bei dem Himmelsobjekt um einen Asteroiden handelt, der aus zwei fast gleich großen Gesteinsbrocken besteht. Die Form erinnert an eine Erdnuss.
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Die Aufnahmen entstanden laut Jaxa unter anderem mit der optischen Navigationskamera und der Wärmebildkamera der Sonde „Hayabusa2“. Das Foto mit der Wärmebildkamera sei aus etwa 10 Kilometern Entfernung zu Torifune aufgenommen worden, heißt es.
Dichtester Vorbeiflug an einem erdnahen Asteroiden
Die Sonde von der Größe eines Kühlschranks flog bei dem Test mit einer Geschwindigkeit von mehr als 18.000 Kilometern pro Stunde. Laut Jaxa sollte sie bis auf 800 Meter an den etwa 450 Meter großen Asteroiden heranfliegen, ihn aber nicht berühren.

Stattdessen wollten die Wissenschaftler mit dem Testflug prüfen, ob sie die Flugbahn der Sonde präzise steuern können, sollte sie jemals einen Himmelskörper per Kollision von seinem Kurs abbringen müssen. Dies ist jetzt offenbar geglückt.
Sollte sich bestätigen, dass die Sonde tatsächlich bis auf 800 Meter an Torifune herangekommen ist, wäre dies einer der dichtesten Vorbeiflüge an einem erdnahen Asteroiden, die bisher je ausgeführt wurden.
Die Kameras an Bord der Sonde erfassten zudem Daten von der Oberfläche des Asteroiden, darunter geografische Merkmale, seine Beschaffenheit und Temperatur – all dies sind wichtige Informationen für eine mögliche Mission zum Schutz der Erde.
„Hayabusa2“ wird auf eine weitere Mission geschickt
Denn falls ein Asteroid durch einen Einschlag abgelenkt werden sollte, sei es entscheidend zu wissen, ob er sich „wie ein Schwamm verhält oder wie ein sehr festes Material“, sagte Patrick Michel von der Europäischen Weltraumorganisation Esa.












