Geschlecht verändert
Japanischen Forschern gelingt Durchbruch bei Kaviar-Produktion
02.11.2025 – 04:11 UhrLesedauer: 2 Min.
Kaviar soll bald auch von vormals männlichen Stören produziert werden. In Japan forscht man an einer Erhöhung der Produktivität.
In Japan ist es Wissenschaftlern gelungen, das Geschlecht von männlichen Stören zu ändern. Die Fische sind bekannt für ihre Eier, die als Kaviar verwendet werden. In der Regel werden männliche Tiere aussortiert, weil sie keine Eier entwickeln können. Das könnte sich jetzt ändern.
Ein Team der Kindai University in Osaka beschäftigt sich bereits seit 2017 mit der Geschlechtsumwandlung von Stören. In der Natur kommt diese, wie auch bei anderen Tieren, vor, meist ausgelöst durch Veränderungen in der Umwelt. Die Forscher wollten jedoch selbst Hand anlegen und kauften 10.000 befruchtete Eier des Sibirischen Störs von einem Händler in Deutschland, berichtet das japanische Nachrichtenportal Asahi.
Nach vier Monaten gab man 150 männlichen kleinen Fischen Nahrung, die mit weiblichen Hormonen versetzt war. Dann wechselte man zu einer normalen Ernährung, bis sie 22 Monate alt waren. Bei 45 Fischen fand man heraus, dass diese das Geschlecht geändert hatten und Eier entwickelten.
Eine Spezialdiät, die auf Komponenten von Sojabohnen beruht, soll ebenfalls bei der Geschlechtsänderung helfen. Nachdem die Forscher zunächst mit dem Stör-Hybrid „Sterlet“ arbeiteten, will man sich jetzt an die „Sterlet“ und Hausen-Hybride „Bester“ machen, die besonders schnell wachsen.
„In der heutigen Störzucht ist es gängige Praxis, männliche Jungtiere auszusortieren und nur weibliche Tiere aufzuziehen“, sagte Ineno und merkte an, dass eine Zuchtindustrie, in der männliche Tiere nicht einfach entsorgt werden, nach wie vor ein wichtiges Ziel sei. „Wir wollen an Möglichkeiten arbeiten, männliche Tiere auf sichere Weise in weibliche Tiere umzuwandeln“, fügte Kinami hinzu.
Das Aquakulturforschungsinstitut der Universität hat bereits Erfolge bei Aquakulturtechniken zur Zucht von Rotem Thunfisch, Roter Seebrasse und anderen Arten erzielt. Seine Shingu-Station, die 1974 als Forschungseinrichtung für Amago-Lachs, Ayu-Süßfisch und andere Süßwasserarten gegründet wurde. Die Störzucht in Japan begann in den 1980er Jahren zu florieren. Allerdings zerstörte ein Unwetter mit heftigen Regenfällen 2011 die Fischzucht.
China ist mit großem Abstand der größte Produzent von Kaviar weltweit. Nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) produzierte China im Jahr 2020 über 80 Prozent des globalen Kaviars – hauptsächlich aus Aquakultur, da der Fang wildlebender Störe streng reguliert oder verboten ist. In Europa sind vor allem Frankreich, Italien und Deutschland bedeutende Produzenten.
Hier wird Kaviar überwiegend aus Zuchtanlagen gewonnen, um die vom Aussterben bedrohten Störarten zu schützen. Bekannte Marken wie „Caviar de Neuvic“ aus Frankreich oder „Calvisius“ aus Italien setzen auf nachhaltige Produktion und Rückverfolgbarkeit. Traditionell galten Russland und der Iran als wichtigste Herkunftsländer für Kaviar, insbesondere aus dem Kaspischen Meer. Aufgrund von Überfischung und Umweltproblemen ist die Produktion dort jedoch stark zurückgegangen.











