Brachte Vetternwirtschaft erstmals ans Licht

Diesen Mann will die AfD-Spitze jetzt abstrafen


Aktualisiert am 23.02.2026 – 19:15 UhrLesedauer: 3 Min.

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Jan Wenzel Schmidt: Er liegt mit seinem eigenen Landesvorstand heftig im Clinch. (Quelle: IMAGO/dts Nachrichtenagentur/imago)

Jan Wenzel Schmidt war der Auslöser für die Berichterstattung über Vetternwirtschaft. Nun will die AfD-Spitze ihn abstrafen.

Erste Konsequenzen aus der Vetternwirtschaftsaffäre der AfD: Der Vorstand der Fraktion im Bundestag hat nach Informationen von t-online ein Ordnungsverfahren gegen den sachsen-anhaltischen AfD-Abgeordneten Jan Wenzel Schmidt beschlossen – gegen denjenigen, mit dem die Enthüllungen begonnen hatten. Schmidt droht nun der Ausschluss aus der Fraktion in Berlin. Die Maßnahme wird begründet mit Schmidts „Umgang mit vertraulichen Informationen“, hieß es aus dem Fraktionsvorstand um Alice Weidel und Tino Chrupalla am Montagabend.

Für die Partei kamen die E-Mail sowie die daraus resultierenden Recherchen und Enthüllungen von Medien denkbar ungelegen: Im September steht in Sachsen-Anhalt die Landtagswahl an, Spitzenkandidat Ulrich Siegmund gilt als Hoffnungsträger für Rekordwerte. Gehofft wird in Teilen der Partei sogar auf die absolute Mehrheit und damit die erste Alleinregierung der AfD.

Eine Vermittlung zwischen Schmidt und seinen ehemaligen Mitstreitern an der Spitze der AfD Sachsen-Anhalt scheint ausgeschlossen. Der Streit wird inzwischen öffentlich ausgetragen: Siegmund, der in den sozialen Medien viele Fans hat, veröffentlichte mittlerweile diverse Videos, in denen er die Vorwürfe wahlweise dementierte oder kleinredete. Immer wieder bezeichnete er dabei Schmidt – ohne ihn jedoch namentlich direkt zu nennen – als Spitzel des Verfassungsschutzes. Schmidt hingegen äußerte sich gerade öffentlich in einem langen Video-Interview beim rechten Portal „Nius“. Es würden Mandate hin- und hergeschoben, Anstellungen untereinander ausgemacht und Gelder abgefasst, sagte er dort.

Vergangene Woche setzte bereits der Bundesvorstand der Partei, der wie die Fraktion von Weidel und Chrupalla geführt wird, ein Zeichen gegen Schmidt und schloss sich dem Parteiausschlussverfahren des AfD-Landesvorstands Sachsen-Anhalt an. Nun zieht der Bundesfraktionsvorstand nach. Schmidt sitzt seit 2021 für die AfD im Bundestag, zuvor war er Abgeordneter im Landtag.

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