Jan van Aken
Linker Politiker fordert zwölf Prozent Vermögensteuer
19.06.2026 – 02:07 UhrLesedauer: 2 Min.
Jan van Aken tritt als Linken-Chef ab – doch sein Abgang hat es in sich. Was er über Milliardäre, Vonovia und Gerhard Schröder sagt, dürfte für Debatten sorgen.
Jan van Aken gibt an diesem Wochenende den Vorsitz der Linken ab – aus gesundheitlichen Gründen, wie er sagt. Auf dem Parteitag in Potsdam kandidiert Co-Vorsitzende Ines Schwerdtner erneut, van Aken hingegen nicht. Im Interview mit der „Abendzeitung“ teilt der Hamburger Bundestagsabgeordnete dennoch kräftig aus.
Sein zentrales Thema: Vermögensteuer. Van Aken schlägt ein dreistufiges Modell vor – ein Prozent ab der ersten Million, fünf Prozent ab 50 Millionen, zwölf Prozent für Milliardäre. „Ab 100 Millionen ist Geld nicht mehr Luxus, sondern nur noch Macht“, sagte er. Das bringe 147 Milliarden Euro jährlich. Dass das eine linke Erfindung sei, weist er zurück: Die Vermögensteuer habe es unter Helmut Kohl bis 1997 gegeben.
Van Aken sieht bei Vonovia „systematischen Betrug“
Beim Wohnungskonzern Vonovia sieht van Aken ein klares Muster: illegale Mieterhöhungen mit falschen Begründungen, fehlerhafte Heizkostenabrechnungen. „Das riecht nach System, nach systematischem Betrug“, sagte er. Eine Gesprächseinladung des Konzerns nehme er „natürlich gerne an“. Die Forderung nach Enteignung großer Wohnungskonzerne verteidigte er mit einem provokanten Verweis: „Wissen Sie, wer die Enteignungs-Partei Nummer 1 ist? Die Union.“
In der Außenpolitik kritisierte van Aken den Kurs von Bundeskanzler Merz scharf. Dass Deutschland nicht in den UN-Sicherheitsrat gewählt wurde, sei die „Quittung“ dafür, dass Berlin nicht mehr klar zum Völkerrecht stehe. Putins Vorschlag, Gerhard Schröder als Ukraine-Vermittler einzusetzen, hätte man annehmen – ihn aber durch eine neutrale Person ergänzen sollen. „Der ist natürlich nicht neutral und niemand mag Gerhard Schröder.“ Als Ergänzung brachte van Aken Angela Merkel ins Spiel, die jedoch bereits abgesagt hat.










