„Wollen Pokal einer Person geben“
Saudi-Arabien: Schummel-Vorwüfe wegen Ronaldo
09.04.2026 – 23:48 UhrLesedauer: 2 Min.
Bald dreieinhalb Jahre steht Cristiano Ronaldo in Saudi-Arabien bei Al-Nassr unter Vertrag. Ein Titel sprang dabei noch nicht heraus. Nun gibt es Anschuldigungen gegen sein Klub.
Die Vorwürfe sind krude, aber sie sind da. Top-Stürmer Ivan Toney von Al-Ahli wittert einen Betrug in der Meisterschaft Saudi-Arabiens zugunsten von Al-Nassr, dem Klub von Weltstar Cristiano Ronaldo. Auslöser für die heftigen Äußerungen des englischen Nationalspielers war die Partie Al-Ahlis gegen Al-Fayha (1:1).
Toney hat drei potentielle Elfmeter-Situationen für sein Team gezählt, die Mannschaft erhielt keinen einzigen. Jedoch brachte den Stürmer nicht nur die verweigerten Elfmeter in Rage, sondern auch eine Aussage des Schiedsrichters während der Partie. In einem Interview nach der Partie erklärte er: „Als wir versucht haben, mit dem Schiedsrichter zu sprechen, sagte er uns: ‚Fokussiert euch auf die AFC Champions League‘ (asiatische Champions League d. Red.). Wie kann der Schiedsrichter so etwas sagen?“
Soll Al-Ahli die Meisterschaft demnach vollkommen abschreiben?
Auf die Rückfrage des Journalistan, wer von diesen Entscheidungen profitieren würde, lachte Toney und deutete dann an: „Wir wissen wem. Wen jagen wir?“ Und genau hier kommt Cristiano Ronaldo ins Spiel, denn Al-Ahli ist durch das Unentschieden abgerutscht auf den dritten Platz. An der Tabellenspitze steht Al-Nassr mit einem Spiel weniger als Al-Ahli und vier Punkten mehr. Toney lässt daher durchblicken, dass er eine Beeinflussung im Sinne Al-Nassrs gegeben sieht.
Einen Namen nahm Toney während des gesamten Interviews nicht in den Mund. Etwas deutlicher machte es sein brasilianischer Teamkollege Galeno. Auf X, ehemals Twitter, schrieb der Linksaußen: „Man kann den Pokal überreichen und das ist es, was sie wollen. Sie wollen uns auf jeden Fall aus dem Wettbewerb drängen. Sie wollen den Pokal einer Person geben, eine Respektlosigkeit gegenüber unserem Verein.“
Auch Galeno nannte Ronaldo nicht direkt, spielte aber sicherlich auf den Personenkult des Portugiesen an, der schließlich das große Marketing-Zugpferd der saudischen Liga ist.
Mittlerweile hat sich sogar Al-Ahli in einem Statement öffentlich geäußert und fordert Zugang zur Kommunikation zwischen Schiedsrichtern und Video-Schiedsrichterassistenten (VAR). Außerdem kritisierte der Verein: „Die Entscheidungen des Schiedsrichters hatten direkten Einfluss auf den Spielverlauf und das Endergebnis, was wiederum die Position der Mannschaft im Titelrennen beeinträchtigt hat.“
