Auch Verbandsboss hört auf

Weltmeister tritt nach Italiens WM-Aus zurück


Aktualisiert am 02.04.2026 – 17:35 UhrLesedauer: 3 Min.

Nicht länger Sportdirektor der italienischen Mannschaft: Torwartlegende Gianluigi Buffon. (Quelle: IMAGO/STUDIO FOTOGRAFICO BUZZI SRL/imago)

Italiens drittes Qualifikationsdebakel nacheinander bleibt nicht folgenlos. Verbandschef Gravina und Sportdirektor Buffon treten zurück. Ist Nationaltrainer Gattuso der nächste?

Der Druck nach dem erneuten Scheitern in der WM-Qualifikation ist zu groß geworden: Am Donnerstag trat Gabriele Gravina, Präsident des italienischen Fußballverbandes, mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurück.

Es blieb nicht die einzige personelle Konsequenz: Auch Weltmeister-Torwart Gianluigi Buffon, bisher Sportdirektor der „Squadra Azzurra“, stellte seinen Posten zur Verfügung. Das gab er in einem emotionalen Instagram-Post kurz nach Gravinas Rücktritt bekannt. „Nun, da Präsident Gravina zurückgetreten ist, fühle ich mich frei das zu tun, was ich für verantwortungsvoll halte“, schrieb der WM-Champion von 2006. Und weiter: „Die Nationalmannschaft zu vertreten, ist für mich eine Ehre und eine Leidenschaft, die mich seit meiner Kindheit begleitet. Ich trage all dies in meinem Herzen und bin dankbar für das Privileg und die Lehren, die mir diese intensive Erfahrung – trotz ihres schmerzhaften Nachspiels – vermittelt hat.“

Wie Buffon mitteilte, habe er das Ende seiner Tätigkeit intern schon eine Minute nach dem Ende des Spiels erklärt. Er hatte seit September 2024 neben seiner Rolle als Delegationsleiter auch als Sportdirektor gearbeitet.

Vor allem der Druck auf Gravina war zu groß geworden – auch aus der Politik. Regierung und Opposition hatten gemeinsam den Rücktritt des 72-Jährigen gefordert. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni soll sich sogar im Parlament mit dem Zustand des „Calcio“ befassen.

Viele Beobachter sehen strukturelle Probleme im italienischen Fußball. Sportminister Andrea Abodi sagte: „Es ist offenkundig, dass der Fußball neu aufgebaut werden muss“. Der Prozess müsse „mit der Erneuerung der Verbandsspitze beginnen“. Diese Forderung unterstützten mehrere Parlamentsabgeordnete – Gravinas Rückzug war die Folge.

Sogar Uefa-Präsident Aleksander Čeferin mischte sich ein, widersprach der einseitigen Schuldzuweisung. „Die Politiker tragen mehr Schuld als Gravina“, sagte er. „Ihr habt hier eine der schlechtesten Fußball-Infrastrukturen Europas.“

Neben maroden Stadien steht auch der hohe Anteil ausländischer Profis in der Kritik. Die AC Mailand stellte zuletzt nur einen Italiener in die Startelf, Inter Mailand und der SSC Neapel jeweils zwei. Nach 30 Spieltagen kommt der beste italienische Torschütze der Serie A auf acht Treffer.

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