Alpenverein wählt drastische Worte

Ärger über Südtirol-Urlauber: „Einer der schlimmsten Sommer“


Aktualisiert am 11.04.2026 – 15:19 UhrLesedauer: 2 Min.

Der nur noch teilweise zugefrorene Pragser See in Italien: Die Eisschicht schmilzt immer weiter. (Quelle: Bergrettung Hochpustertal)

Mehrere Menschen brechen in einen beliebten See in Südtirol ein. Der Alpenverein zeigt sich fassungslos.

Nachdem an Ostern mehrere Menschen ein Verbot am Pragser Wildsee in Südtirol ignoriert und so einen Rettungseinsatz ausgelöst haben, findet der Südtiroler Alpenverein klare Worte. Dessen Vorsitzender Carlo Alberto Zanella sagte der Zeitung „Il Dolomiti“: „Ich bin besorgt und etwas entmutigt über die Ignoranz, die sich meiner Meinung nach ausbreitet. Wenn das die Ausgangslage ist, riskieren wir einen der schlimmsten Sommer aller Zeiten.“

Laut Alpenverein waren selbst am Tag nach dem Unglück noch Touristen auf der Eisfläche unterwegs. Schilder und Regeln würden „völlig ignoriert“, sagte Zanella „Il Dolomiti“. „Wie ist das möglich?“, frage er sich.

Die vergangene Wintersaison sei dramatisch gewesen, sagte Zanella weiter. Etliche Urlauber waren in den Bergen von Lawinen mitgerissen und getötet worden – nicht nur in Italien, sondern auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Nach einer offiziellen Statistik starben in den Alpen und in anderen europäischen Gebirgen seit Anfang Oktober mindestens 135 Menschen, weil sie unter Schneemassen verschüttet waren. Allein in Italien gab es demnach knapp 40 Todesopfer. Zum Vergleich: Im vorigen Winter 2024/25 gab es in Europa insgesamt 70 Lawinentote.

An Gefahren mangele es aber auch im Sommer nicht, etwa auf Wanderwegen oder Klettersteigen, betonte der Präsident des Südtiroler Alpenvereins. „Die Regeln sind da, aber hier geht es um Kultur und, wo Kultur fehlt, um Unwissenheit. Hoffen wir das Beste“, sagte Zanella abschließend.

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