Reitsport-Ikone über Social Media
Rekord-Olympiasiegerin Isabell Werth: „Das ist eine kranke Welt“
10.08.2026 – 07:40 UhrLesedauer: 2 Min.
Isabell Werth beklagt vor der Reit-WM in Aachen eine enthemmte Diskussionskultur im Netz. Die achtmalige Olympiasiegerin fordert deshalb weitreichende Konsequenzen.
Die achtmalige Olympiasiegerin Isabell Werth hat sich in einem Interview der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ zur Stimmung in sozialen Medien geäußert. Die 57-Jährige berichtete von Stalkern, die gezielt schlechte Bilder von Reiterinnen und Reitern machen wollten – und forderte eine Regulierung der sozialen Netzwerke.
Werth sagte: „Das Wort Qualität im Zusammenhang mit Pferden darf ich heute nicht mehr sagen, ohne Reaktionen in den sozialen Medien auszulösen. Das ist inzwischen eine kranke Welt.“
Auf die Frage, ob Reiterinnen und Reiter deshalb unter besonderer Spannung stünden, antwortete sie: „Ich glaube, dass 80 bis 90 Prozent meiner Kollegen und Kolleginnen so empfinden. Wir haben da Stalker, die nur ein schlechtes Bild machen wollen. Von Menschen außerhalb der klassischen Reitsport-Gemeinde bekommen wir hingegen sehr viel Wertschätzung, die kriegen von solchen Social-Media-Diskussionen gar nichts mit.“
Ist Reitsport Tierquälerei?
Im Interview äußerte sich Werth auch zur Debatte, ob Reitsport Tierquälerei sei. Sie sagte: „Die Position des Pferdes in der Gesellschaft hat sich total verändert, und das ist gut so. Unseren Pferden geht es heute viel besser als früher, besser als einem Großteil der Menschen auf dieser Welt.“ Es dürfe aber nicht so weit kommen, dass das Tier über dem Menschen gesehen werde, fügte sie an.
Für eine Steuerung sozialer Netzwerke plädiert Werth auch mit Blick auf junge Menschen. Sie sagte: „Ich glaube, dass eine Regulierung von Social Media in allen Bereichen gesund wäre. Weil ich weiß und mitbekomme, wie viele junge Menschen davon sehr verletzt werden, weil sie gemobbt und aggressiv angegangen werden. Das ist ein absoluter Nachteil.“
