Protest und Salut
Erneut Wirbel um Irans Fußballerinnen
05.03.2026 – 12:58 UhrLesedauer: 2 Min.
Ihr erstes Spiel bei der Asienmeisterschaft nutzten Irans Frauen für einen Protest. Vor der zweiten Partie setzten sie ein gänzlich anderes Zeichen.
Beim zweiten Gruppenspiel der Frauen-Asienmeisterschaft gegen Australien haben Irans Fußballerinnen die Nationalhymne mitgesungen und dabei sogar salutiert. Drei Tage zuvor hatten sie beim Auftaktspiel gegen Südkorea (0:3) noch geschwiegen – ein Verhalten, das als Protest gegen die iranischen Machthaber gewertet worden war.
Ebenfalls gegen Südkorea hatten iranische Exilanten im Stadion der australischen Stadt Gold Coast gegen die Machthaber protestiert. Am vergangenen Samstag hatten Israel und die USA Luftangriffe auf den Iran gestartet. Dabei kam unter anderem Revolutionsführer Ali Chamenei ums Leben. Das iranische Team war bereits vor Ausbruch des Krieges zum Turnier gereist.
Trainerin Marziyeh Jafari äußerte sich vor dem Spiel gegen Australien zu der Lage ihrer Spielerinnen: „Natürlich machen wir uns große Sorgen um die Gesundheit unserer Familien, unserer Angehörigen und aller anderen Menschen im Iran, zu denen wir derzeit keinerlei Kontakt haben.“ Die Angst um die Familien in der Heimat könnte ein Grund für das Salutieren der Spielerinnen vor der Partie sein.
Auch vor dem Australien-Spiel (0:4) gingen die Proteste auf den Rängen weiter. Einige Zuschauer pfiffen beim Abspielen der Nationalhymne. Die australische Nachrichtenagentur AAP berichtete von Exil-Iranern, die in Gold Coast „Thank you Bibi, thank you Trump“ riefen. Der Ruf galt Israels Premierminister Benjamin Netanjahu und US-Präsident Donald Trump. Beide hatten die Luftangriffe autorisiert. Dass die Spielerinnen nicht mehr protestierten, sondern sogar salutierten, könnte wohl aufgrund von Druck des Verbands so passiert sein.
Denn das Verhalten der Spielerinnen erinnert an die iranische Männer-Nationalmannschaft bei der WM 2022 in Katar. Auch dort schwieg das Team vor dem ersten Spiel gegen England. Vor der zweiten Partie gegen Wales sang es die Hymne wieder mit – mutmaßlich auf Druck des Verbands.










