Der Hamburger Hafenlogistiker HHLA teilte mit, man stehe in engem Austausch mit Kunden. Auch Eurogate, Betreiber von Terminals in Hamburg, Bremerhaven und Wilhelmshaven, äußerte sich ähnlich. Ein Sprecher sagte, mögliche Auswirkungen ließen sich aktuell nicht beziffern. Geschäftsbeziehungen mit dem Iran oder Staaten der Golfregion unterhalte Eurogate nicht.

Der JadeWeserPort in Wilhelmshaven rechnet vorerst ebenfalls nicht mit Einschränkungen. „Die relevanten Containerreedereien umfahren die Region schon seit mehreren Monaten weiträumig“, teilte eine Sprecherin mit.

Dennoch wächst die Sorge in der Branche. Eduard Dubbers-Albrecht vom Präsidium der Bremischen Hafen- und Logistikvertretung sagte, man rechne mit verschobenen Aufträgen, Stornierungen, Umwegen und steigenden Transportkosten.

Wie sich der Konflikt auf den Ölumschlag in Deutschland auswirkt, ist noch offen. Deutschland ist als einer der größten Mineralölverbraucher nahezu vollständig auf Importe angewiesen. Nach Angaben des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle stammte das Rohöl zuletzt vor allem aus den USA, Kasachstan, Großbritannien und Norwegen.

Wilhelmshaven ist der wichtigste deutsche Importhafen für Rohöl. An der Umschlagsanlage der Nord-West Oelleitung (NWO) wurden 2024 rund 22 Prozent der deutschen Rohölimporte gelöscht – etwa 18,4 Millionen Tonnen. Ein Sprecher teilte mit, derzeit würden keine Ölmengen aus der Golfregion umgeschlagen; dies sei auch nicht geplant. „Sollte es zu Versorgungsengpässen kommen, hält die Bundesrepublik Deutschland ausreichend Reserven vor“, erklärte er.

Ja. Kreuzfahrtschiffe deutscher Anbieter können derzeit Häfen in der Golfregion nicht verlassen. Zwei Schiffe von TUI Cruises mit jeweils rund 2.500 Plätzen liegen in Abu Dhabi und Doha. Ein Schiff von MSC Cruises mit einer Kapazität von bis zu 6.300 Passagieren befindet sich in Dubai.

„Wir befolgen die Anweisungen der regionalen US-Militärbehörden, das Schiff im Hafen von Dubai zu belassen“, sagte eine Sprecherin von MSC Cruises.

Aida Cruises hat nach eigenen Angaben aktuell keine Schiffe in der Golfregion. Eine Sprecherin erklärte, man habe bereits im vergangenen Sommer entschieden, dort vorerst keine Reisen mehr anzubieten.

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