Preisschock in der Baubranche

Der Krieg könnte deutsche Baustellen zum Erliegen bringen


Aktualisiert am 03.04.2026 – 13:08 UhrLesedauer: 2 Min.

Durch den Krieg in Nahost wird der Asphalt in Deutschland dramatisch teuerer. (Fotomontage) (Quelle: IMAGO/Michael Bihlmayer/imago)

Die steigenden Ölpreise infolge des Krieges gegen den Iran machen Asphalt in Deutschland deutlich teurer. Die Baubranche fordert jetzt Konsequenzen.

Die wirtschaftlichen Folgen des US-israelischen Krieges gegen den Iran sind auch hierzulande allgegenwärtig. Nachdem Verbraucher bereits in den Tagen nach den ersten Angriffen schmerzhaft mitverfolgen mussten, wie die Preise an den Tankstellen in die Höhe schnellten, trifft es nun die deutschen Straßenbauer – und zwar mit doppelter Wucht. Durch den rapiden Anstieg der globalen Ölpreise wird auch Asphalt in Deutschland immer teurer.

Bitumen, ein zentraler Bestandteil von Asphalt, ist ein direktes Ölprodukt, wie der Präsident des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie, Peter Hübner, im Interview mit der „Welt“ erklärt. Der Preis für Bitumen habe sich infolge des Krieges im Nahen Osten binnen weniger Wochen verdoppelt, so Hübner.

Das wirkt sich auf den Asphaltpreis insgesamt mit einem Aufschlag von rund 30 Prozent aus. Ähnlich besorgt äußert sich Marco Bokies, Geschäftsführer des Deutschen Asphaltverbands: Erste Raffinerien hätten die Bitumenpreise für Bauunternehmen bereits um 20 Prozent erhöht – und das sei erst der Anfang, warnt er im Gespräch mit dem „Handelsblatt“.

Besonders problematisch ist aus Sicht der Branche, dass Bitumen nicht auf Vorrat eingekauft werden kann. Wie Hübner erklärt, sind die Unternehmen deshalb fast vollständig von tagesaktuellen Einkaufspreisen abhängig – ein erhebliches Risiko bei laufenden Projekten mit fest vereinbarten Verträgen. Im Straßenbau sind die Auftraggeber meist öffentliche Stellen, die Verträge werden in der Regel vor Baubeginn geschlossen. Steigen die Materialkosten danach, müssen die Unternehmen die Mehrkosten selbst tragen.

Deshalb fordert die Branche nachträgliche Preisgleitklauseln für bestehende Verträge. Vergleichbare Regelungen konnten bereits nach dem russischen Angriff auf die Ukraine gegenüber öffentlichen Auftraggebern durchgesetzt werden. Hübner warnt jedoch, dass bei einem länger andauernden Konflikt nicht nur die Kosten steigen könnten. Auch die Verfügbarkeit von Baustoffen wie Beton könnte zum Problem werden – mit der Folge, dass Baustellen im schlimmsten Fall stillstehen.

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