„Luft nach oben“
IOC zahlt Prämie an Athleten – eine Gruppe geht leer aus
25.06.2026 – 15:32 UhrLesedauer: 2 Min.
10.000 Dollar für alle Olympia-Starter? Athletenvertreter finden: Das reicht noch nicht. Eine große Gruppe von Sportlern geht ganz leer aus.
Bei einem Sondergipfel in Lausanne hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) beschlossen, jedem Olympia-Teilnehmer künftig 10.000 Dollar (rund 8.806 Euro) zu zahlen. Damit bricht die Organisation mit einer jahrzehntelangen Tradition – und gibt dem Druck vieler Athleten nach. Doch die Reaktionen fallen gespalten aus.
Die Interessenvertretung „Global Athlete“ feierte den Beschluss: „Gemeinsamer Druck. Ein gemeinsamer Erfolg.“ Zuvor hatte die Vereinigung eine Prämie von 25.000 Dollar pro Teilnehmer gefordert. Athleten Deutschland würdigte den einstimmigen Beschluss als historischen Schritt, übte aber auch Kritik. Präsidiumsmitglied Leo Köpp sagte: „Das IOC wagt damit einen vorsichtigen Einstieg in eine im internationalen Profisport längst gängige Praxis – und zwar diejenigen an den wirtschaftlichen Gewinnen zu beteiligen, die diese Gewinne durch ihre Leistungen erst ermöglichen.“

Der Umfang des angekündigten Fonds von 140 Millionen Dollar für den Zuschuss stelle „weniger als zwei Prozent des Gesamtumsatzes des IOC im selben Zyklus“ dar. Köpp weiter: „Bis zu einer fairen Beteiligung ist noch erheblich Luft nach oben.“
Pau Gasol ist Vorsitzender der IOC-Athletenkommission und früherer NBA-Profi. Bei der Vorstellung betonte er, es handle sich nicht um ein Preisgeld: „Hier geht es darum, den Weg und das Engagement anzuerkennen, die nötig sind, um Olympionike zu werden.“ Auch Sport-Millionäre aus Fußball, Tennis oder Eishockey haben Anspruch auf den Zuschuss. Gasol dazu: „Sie entscheiden, wie sie damit umgehen. Wir wollen, dass auch sie gewürdigt werden.“ Jeder Sportler kann die Prämie zudem spenden oder ablehnen. Nicht abgerufene Zuschüsse verbleiben im Fonds für künftige Sportler-Generationen.
Paralympics-Teilnehmer gehen leer aus
IOC-Chefin Kirsty Coventry hatte zuletzt noch bekräftigt, nicht an eine Bezahlung von Olympia-Teilnehmern zu glauben und war dafür heftig kritisiert worden. Die 42-Jährige sagte nun: „Das ist schon seit vielen Jahren ein Thema, und ich bin sehr stolz darauf, dass wir dies nun umsetzen können.“
Den Antrag müssen Athleten über die Plattform „Athlete365“ stellen. Die Auszahlung erfolgt über die Nationalen Olympischen Komitees, die nachweisen müssen, dass die Sportler die volle Summe erhalten haben. Coventry zufolge dauert die Bearbeitung rund sechs Monate. Bereits alle Teilnehmer der Winterspiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo im Februar haben Anspruch auf den Zuschuss. Für diese Spiele und die Sommerspiele in Los Angeles rechnet das IOC mit rund 14.000 Anspruchsberechtigten.
Paralympics-Teilnehmer gehen bislang leer aus. Marc Möllmann, Sportdirektor des Deutschen Behindertensportverbands, sagte: „Natürlich würden wir dies auch beim IPC begrüßen, eine Gleichstellung der Athletinnen und Athleten ist immer wünschenswert. Uns sind dahingehend aber keinerlei Gespräche bekannt.“











