Abnehmen mit Intervallfasten
Der Hype ist größer als die Faktenlage
16.02.2026 – 13:41 UhrLesedauer: 2 Min.
Intervallfasten soll angeblich die Pfunde schnell purzeln lassen und den Stoffwechsel verbessern. Eine Studie weckt nun Zweifel an der Wirksamkeit dieser Methode.
Intervallfasten, auch intermittierendes Fasten genannt, hat in den vergangenen Jahren stark an Popularität gewonnen, unter anderem angeheizt durch Social Media. Gleichzeitig stellen Übergewicht und Adipositas weltweit ein wachsendes Problem dar. Um die damit verbundenen gesundheitlichen Risiken zu verringern, gilt eine nachhaltige Gewichtsabnahme als der beste Weg.
In der Regel empfehlen Fachleute, zum Abnehmen die Kalorienzufuhr zu verringern oder die Ernährung umzustellen. Aber was hilft Erwachsenen mit Übergewicht oder Adipositas besser – die gängigen Ernährungsempfehlungen oder Intervallfasten? Das hat kürzlich ein Forschungsteam des unabhängigen wissenschaftlichen Netzwerks „Cochrane“ in einer systematischen Übersichtsarbeit untersucht.
Das Forschungsteam wertete 22 Studien aus, die insgesamt 1.995 Erwachsene mit Übergewicht oder Adipositas umfassten. Alle teilnehmenden Personen wurden per Zufallsprinzip verschiedenen Gruppen zugeteilt: Eine Gruppe wandte Intervallfasten an, eine weitere befolgte die üblichen Ernährungsempfehlungen und die beiden anderen taten nichts, um abzunehmen, oder standen auf einer Warteliste für eine Behandlung.
Das Ergebnis: Die Wirksamkeit von Intervallfasten zur Gewichtsabnahme hält nicht, was der mediale Hype verspricht. So ist die Fastenmethode bei Übergewicht und Adipositas wahrscheinlich nicht besser zur nachhaltigen Gewichtsabnahme geeignet als herkömmliche Maßnahmen wie Kalorienreduktion oder Ernährungsumstellung. Selbst im Vergleich zum Nichtstun macht Intervallfasten wohl kaum einen Unterschied.
„Intervallfasten scheint bei übergewichtigen oder adipösen Erwachsenen, die versuchen, Gewicht zu verlieren, einfach nicht zu funktionieren“, so der Hauptautor der Studie. Er erklärte, dass Intervallfasten für manche Menschen eine sinnvolle Option sein könne, dass aber die derzeitigen Erkenntnisse nicht die über Social Media verbreitete Begeisterung rechtfertigen.
Allerdings lässt auch die Übersichtsarbeit noch viele Fragen offen. Der Grund: Die meisten untersuchten Studien waren relativ klein und liefen nur über kurze Zeiträume von bis zu einem Jahr. Wie sich Intervallfasten langfristig auf das Körpergewicht, aber auch auf die Lebensqualität, den Diabetesstatus oder andere Gesundheitsprobleme auswirkt, ist nach wie vor unzureichend untersucht. Es besteht also weiterhin Forschungsbedarf.











