Alarmierende Statistik
Insolvenzen: 60 Betriebe am Tag geben auf
13.02.2026 – 11:30 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Pleitewelle in Deutschland rollt unvermindert weiter. Eine Prognose des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) blickt ernüchtert auf die kommenden Monate.
Bei der Zahl der Firmenpleiten in Deutschland ist keine Trendwende in Sicht. Die Amtsgerichte haben im November insgesamt 1.794 beantragte Unternehmensinsolvenzen registriert, meldete das Statistische Bundesamt am Freitag. Dies entspricht einem Anstieg um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Die Zahlen bestätigten die schwierige Lage der deutschen Wirtschaft, sagte Volker Treier, Chefanalyst der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK): „Allein im November 2025 mussten so viele Betriebe insolvenzbedingt schließen wie seit zehn Jahren nicht mehr.“ Für das Gesamtjahr 2025 sei letztlich mit deutlich mehr als 23.000 Insolvenzen zu rechnen: Das seien mehr als 60 Betriebsaufgaben pro Tag, so Treier.
Erste Trendauswertungen aus der kommenden DIHK-Konjunkturumfrage zeigten, dass
sich die Wirtschaft auch weiterhin nur mühsam aus der Krise herausarbeiten könne. Hohe Kosten für Arbeit und Energie, überbordende Bürokratie und eine seit Jahren lahmende Konjunktur zehrten an der Liquidität vieler Betriebe, besonders im Mittelstand.
Die Forderungen der Gläubiger aus den im November 2025 gemeldeten Firmeninsolvenzen bezifferten die Amtsgerichte auf rund 1,5 Milliarden Euro. Im November 2024 hatten die Forderungen bei rund 2,8 Milliarden Euro gelegen. Dieser Rückgang der Forderungen trotz steigender Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist darauf zurückzuführen, dass im November 2024 mehr wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz beantragt hatten als im November 2025.
Bei den jetzt offiziell vorgelegten Zahlen ist zu berücksichtigen, dass die Anträge erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik einfließen. Der tatsächliche Zeitpunkt des Insolvenzantrags liegt in vielen Fällen annähernd drei Monate davor.
Ab April sei eine Entspannung möglich. Es zeichne sich aber noch „keine echte Entwarnung“ ab. Der jüngst veröffentlichte IWH-Insolvenztrend gilt als ein Frühindikator für das Insolvenzgeschehen und die wirtschaftliche Entwicklung. Für ihre Analysen werten die Forscher aus Halle (an der Saale) die aktuellen Insolvenzbekanntmachungen der deutschen Registergerichte aus und verknüpfen sie mit Bilanzkennzahlen betroffener Unternehmen.
