Sowitec muss in Insolvenz

Windanlagenbauer vor dem Aus


Aktualisiert am 14.07.2026 – 14:18 UhrLesedauer: 2 Min.

Eine Windkraftanlage (Symbolbild): Ein deutsches Startup meldet nun Insolvenz an. (Quelle: Julian Stratenschulte/dpa/dpa-bilder)

Die Krise im Anlagenbau trifft das deutsche Unternehmen Sowitec. Eigene Versäumnisse und ein verändertes internationales Klima setzen der Branche zu.

Die Sowitec Group GmbH aus dem baden-württembergischen Sonnenbühl, ein Entwickler von erneuerbaren Energien-Projekten in den Bereichen Wind und Solar, hat einen Insolvenzantrag gestellt. Das bestätigte der Gründer und Geschäftsführer des Unternehmens, Frank Hummel, dem Sender SWR.

Demnach sind auch Tochterfirmen des Unternehmens von der Insolvenz betroffen. Dazu gehören den Angaben zufolge die Sowitec International GmbH, die Sowitec Operation GmbH und die Sowitec Projekt GmbH.

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Finanzprobleme: Führendes Unternehmen ist insolvent

Der Sonnenbühler Windkraftpionier hat nach eigenen Angaben schon länger finanzielle Schwierigkeiten. Laut Firmenangaben geht es dabei auch um ausstehende Zahlungen im oberen einstelligen Millionenbereich aus Mexiko und Kolumbien.

Die Zukunft des insolventen Unternehmens ist unklar. Die Löhne der rund 80 Beschäftigten sind über das Insolvenzgeld gesichert. Der Betrieb soll die nächsten Monate zunächst normal weiterlaufen. Sowitec wurde 1993 gegründet und ist nach eigenen Angaben in 13 Ländern tätig. Der erste Windpark wurde 1994 gebaut, 2003 folgte die Expansion nach Brasilien.

Windanlagenbauer rutscht durch Billigkonkurrenz in die Insolvenz

Sowitecs Schwierigkeiten sind kein Einzelfall in der Branche. Ähnlich wie einst bei der Solarindustrie machen billige Anlagen aus China den deutschen Windanlagenbauern zu schaffen. Hinzu kommen hausgemachte Probleme wie lange Genehmigungszeiten für neue Anlagen, die erst die Ampelregierung mit Wirtschaftsminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) anging. Doch hemmt der Netzausbau der Stromleitungen den weiteren Aufwuchs von Windparks.

Hinzu kommt ein verändertes internationales Klima angesichts der Energiepolitik von US-Präsident Donald Trump. So stoppte der Energiekonzern BP Pläne für den Bau eines Windparks vor der US-Küste.

So kommt die London School of Economics (LSE) in ihrer Studie „Transition Planning 2026“ zum Klimaumbau der Energiekonzerne zu dem Schluss: „Im Öl- und Gassektor gibt es kaum eindeutige Belege dafür, dass Unternehmen planen, den Übergang von fossilen Brennstoffen hin zu Klimalösungen im erforderlichen Tempo zu vollziehen.“

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