Wirklich ein Schnäppchen?

Griechische Privatinsel kostet weniger als eine Wohnung


19.05.2026 – 16:04 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Insel Makri (vorn): Sie soll demnächst versteigert werden. (Quelle: IMAGO/imageBROKER/Ralf Adler)

Eine griechische Privatinsel für den Preis einer kleinen Stadtwohnung – klingt nach dem Deal des Jahrhunderts. Oder etwa nicht?

Eine eigene Insel gilt als der ultimative Luxus. In Griechenland zeigt ein kurioser Fall nun jedoch, wie schnell aus einem Millionenprojekt ein Ladenhüter werden kann.

Im Mittelpunkt steht die kleine Insel Makri im Ionischen Meer. Sie gehört zur Inselgruppe der Echinaden westlich des griechischen Festlands. Noch vor wenigen Jahren wurde Makri international als exklusives Investitionsobjekt beworben – inklusive Plänen für ein Luxusresort mit Fünf-Sterne-Hotel und privaten Villen. So berichtet das griechische Nachrichtenportal „Proto Thema“.

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Einst für acht Millionen Euro angeboten

Damals galt die Insel als besonders attraktiv, weil die rechtlichen Voraussetzungen für eine touristische Entwicklung bereits weitgehend geklärt gewesen sein sollen. Auf internationalen Immobilien-Plattformen wurde sie als „sofort verfügbar“ angepriesen, heißt es bei „Proto Thema“ weiter. Der Verkaufspreis blieb zunächst geheim, lag Branchenkennern zufolge aber bei rund acht Millionen Euro.

Doch aus dem Prestigeprojekt wurde offenbar ein Problemfall. Denn die Insel tauchte später mehrfach bei elektronischen Zwangsversteigerungen auf – und der Preis fiel drastisch auf zuletzt nur noch 247.000 Euro, schreibt „Proto Thema“. Damit kostet die Insel plötzlich weniger als so manche Eigentumswohnung in deutschen Großstädten.

Warum der Preis so stark abstürzte, ist bisher weitgehend unklar. In griechischen Medien ist von komplizierten Eigentumsfragen, finanziellen Problemen und fehlendem Investoreninteresse die Rede. „Die Insel bietet wirklich einfachste Verhältnisse. Es gibt nur wenige verlassene Gebäude: ein kleines Haus, eine Zisterne und eine Kapelle“, schreibt „Euronews“. Umbauten lassen sich demnach nur schwer umsetzen. Makri gelte als Waldschutzgebiet. Es sei nur eine „minimale, leichte Infrastruktur“ und landwirtschaftliche Nutzung erlaubt.

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Makri ist unbewohnt

Makri ist die fünftgrößte Insel der Echinaden. Die Inselgruppe ist seit der Antike bekannt und wurde bereits von Historikern wie Herodot und Strabon erwähnt. Der Name leitet sich vom griechischen Wort für Seeigel ab – wegen der felsigen und zerklüfteten Landschaft.

Der Region wird zudem historische Bedeutung zugeschrieben. In den Gewässern rund um die Echinaden soll 1571 die berühmte Seeschlacht von Lepanto stattgefunden haben, bei der eine christliche Flotte das Osmanische Reich entscheidend besiegte. Trotz ihrer Geschichte und der spektakulären Lage blieb Makri bis heute unbewohnt. Und auch der Traum vom Luxusparadies scheint vorerst geplatzt zu sein.

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