Ärztinnen und Ärzte sollten aber dazu in der Lage sein, sich durch gezieltes Fragen ein möglichst stimmiges Bild von den geschilderten Beschwerden zu machen.
Häufige Gründe für innere Unruhe sind:
Steckt Stress dahinter, merken die Betroffenen das für gewöhnlich noch an weiteren Anzeichen – vor allem an ihrer allgemeinen Stimmung und ihren Gedanken: Übermäßig gestresste Menschen fühlen sich typischerweise gereizt, gehetzt, ängstlich und unter Druck, bei manchen dominieren auch Gefühle der Erschöpfung, Traurigkeit oder Niedergeschlagenheit. Viele Menschen, die unter dauerhafter Überforderung leiden, schlafen schlecht, grübeln viel und haben Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren.
Der Zustand innerer Unruhe lässt sich meist auf eine Kombination verschiedener Gefühlsregungen zurückführen, unter anderem auf gesteigerten Bewegungsdrang, Herzklopfen, Schwitzen und Zittern. All diese Symptome können eine normale körperliche Reaktion auf körperlichen oder emotionalen Stress sein – ausgelöst durch belastende, bedrohliche oder überfordernde Ereignisse oder Situationen. Mitunter deuten sie aber auch auf Erkrankungen oder ganz andere Ursachen hin.
Ein Beispiel ist die Schilddrüsenüberfunktion, bei der die Schilddrüse zu große Mengen bestimmter Hormone bildet. Diese machen den Körper empfindlicher gegenüber den Stresshormonen Adrenalin und Noradrenalin. Die Folgen: Zittern, Herzklopfen und Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck, Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen.
Zittern kann aber auch Symptom eines zu niedrigen Blutzuckers (Unterzuckerung) sein oder als Entzugserscheinung nach dem Absetzen bestimmter Medikamente oder Suchtmittel auftreten. Darüber hinaus kommen als Auslöser ein Mangel an Vitamin B12, eine Nierenschwäche oder Nervenerkrankungen infrage.
Für Herzklopfen kann es ebenfalls verschiedenste Gründe geben – von einem Übermaß an Kaffee oder Alkohol bis hin zu Herzerkrankungen wie einer Herzschwäche. Ähnlich verhält es sich bei Schwitzen und hohem Blutdruck: Zahllose Auslöser sind denkbar – sowohl harmlose als auch krankhafte.
Es gibt also gute Gründe, die körperlichen Symptome innerer Unruhe im Blick zu behalten. Steckt eine Erkrankung dahinter, sollte diese rechtzeitig behandelt werden. Ist es wirklich „einfach nur der Stress“, bedeutet das nicht, dass Betroffene die Symptome aushalten müssen oder sollten: Dauerstress kann krank machen.
In den Wechseljahren bilden die Eierstöcke immer geringere Mengen des Botenstoffes Östrogen. Das führt einerseits dazu, dass die Fruchtbarkeit in den Wechseljahren abnimmt. Darum können Frauen nach den Wechseljahren nicht mehr schwanger werden und bekommen keine Regelblutung mehr. Andererseits kann sich der sinkende Östrogenspiegel auf den gesamten Organismus auswirken. Bei manchen Frauen führt die hormonelle Umstellung in den Wechseljahren zu verschiedenen körperlichen und psychischen Beschwerden – auch innere Unruhe, Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen sind mögliche Begleiterscheinungen.
