Ebola-Ausbruch im Kongo

Infizierter US-Bürger nach Deutschland ausgeflogen


Aktualisiert am 19.05.2026 – 07:11 UhrLesedauer: 3 Min.

Menschen waschen sich am Eingang eines Krankenhauses in Bunia, Kongo, die Hände. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen des Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda eine internationale Gesundheitsnotlage ausgerufen. (Quelle: Dirole Lotsima Dieudonne/AP/dpa/dpa-bilder)

Der Ebola-Ausbruch im Kongo bereitet Experten große Sorge. Jetzt werden mehrere Personen nach Deutschland ausgeflogen – darunter soll auch ein Arzt aus den USA sein.

Ein mit dem Ebolavirus infizierter amerikanischer Arzt soll nach US-Angaben in Deutschland behandelt werden. Er habe in der Demokratischen Republik Kongo gearbeitet und sei am Wochenende positiv getestet worden, nachdem er Symptome entwickelt habe, teilte die US-Gesundheitsbehörde CDC mit.

Bei dem Infizierten handelt es sich laut der christlichen Hilfsorganisation Serge um einen Chirurgen, wie die britische BBC berichtete. Er habe sich im Nyankunde-Krankenhaus in der ostkongolesischen Stadt Bunia bei der Behandlung von Patienten angesteckt. Der Arzt arbeitet dort demnach seit 2023.

Mindestens 100 Menschen sind nach Angaben der Africa Centres for Disease Control and Prevention bereits bei dem aktuellen Ebola-Ausbruch im Kongo gestorben. Mehr als 390 Verdachtsfälle werden untersucht.

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Wegen der kürzeren Flugzeiten und der Erfahrungen bei der Versorgung von Ebola-Patienten werde der infizierte Amerikaner nach Deutschland verlegt – ebenso wie sechs Kontaktpersonen mit hohem Ansteckungsrisiko, offenbar alle Amerikaner. Zum genauen Behandlungsort in Deutschland gab es keine Informationen.

Zwei weitere Ärzte der Hilfsorganisation, darunter die Ehefrau des Chirurgen, hätten zwar Kontakt mit Ebola-Patienten gehabt, zeigten bislang aber keine Symptome, teilte Serge laut BBC mit. Die Familie befinde sich an einem sicheren Ort unter medizinischer Beobachtung.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen eines Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Verantwortlich ist eine seltene Virusvariante, für die es keinen Impfstoff gibt. Die Ausbreitungsgefahr für die gesamte Region gilt als hoch. Der Ausbruch begann nach Angaben der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC vermutlich in der dritten Aprilwoche, wurde aber erst Anfang Mai gemeldet.

USA verschärfen Einreiseregeln

US-Präsident Donald Trump zeigte sich „besorgt“ über den Ausbruch, erklärte aber, das Virus habe sich nach aktuellem Stand nicht in den USA verbreitet. Als Reaktion verschärften die USA ihre Einreiseregeln. Die CDC untersagte ausländischen Reisenden die Einreise, wenn sie sich innerhalb der vergangenen 21 Tage in betroffenen Ländern aufgehalten haben. Dazu zählen neben dem Kongo auch Uganda und Südsudan.

Ebola gilt als eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten weltweit. Das Virus wird zunächst oft mit einer Grippe verwechselt. Typische Symptome sind plötzliches Fieber, starke Müdigkeit und Kopfschmerzen. Die Krankheit wird meist durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten infizierter Menschen oder Tiere übertragen.

Der bislang schwerste Ebola-Ausbruch ereignete sich zwischen 2014 und 2016 in Westafrika. Damals infizierten sich mehr als 28.000 Menschen, über 11.000 starben.

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