Zuwächse im Maschinenbau
Umsatzplus in Krisenzeiten: Hamburgs Industrie trotzt dem Trend
20.03.2026 – 11:10 UhrLesedauer: 2 Min.
Hamburgs Industrieunternehmen können ein starkes Wachstum im Jahr 2025 verbuchen. Damit legen die Firmen gegen den Bundestrend zu.
Die großen Industriebetriebe in Hamburg haben im Jahr 2025 Umsätze von rund 87,4 Milliarden Euro erzielt. Das entspricht einem nominalen Wachstum von 3,9 Prozent im Vergleich zu 2024. Preisbereinigt fiel der Anstieg mit 4,7 Prozent noch deutlicher aus, was unter anderem auf die im Vorjahr gesunkenen Preise im Mineralölsektor zurückzuführen ist, wie das Statistikamt Nord mitteilt.
Die Entwicklung wird jedoch stark durch die Mineralölbranche beeinflusst. In diesem Bereich gingen die Umsätze um 3,4 Prozent auf 36,7 Milliarden Euro zurück. Ohne diesen Sektor hätte die Industrie insgesamt ein deutlich kräftigeres Wachstum verzeichnet: Nominal wären die Umsätze um 13,1 Prozent gestiegen, preisbereinigt immer noch um 7 Prozent.
Besonders dynamisch entwickelten sich mehrere Branchen: Den größten Zuwachs erzielte die Reparatur und Installation von Maschinen mit einem Plus von 20,9 Prozent. Dahinter folgten der Maschinenbau mit 13,7 Prozent sowie der Fahrzeugbau (inklusive Auto- und sonstigem Fahrzeugbau) mit 9,8 Prozent. Rückgänge gab es hingegen in der Gummi- und Kunststoffindustrie (minus 5,0 Prozent) sowie in der chemischen Industrie (minus 4,8 Prozent).
Auch bei der Nachfrage zeigten sich Unterschiede: Bereinigt um Preiseffekte und ohne Mineralölverarbeitung legte vor allem das Inlandsgeschäft deutlich zu und wuchs um 14,4 Prozent. Der Export in Länder außerhalb der Eurozone entwickelte sich dagegen deutlich schwächer und stieg lediglich um 1,4 Prozent.
Das Wachstum in Hamburg trotzt dem Bundestrend: Noch im Dezember 2025 warnt der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) vor einer Wirtschaftskrise. „Der Wirtschaftsstandort befindet sich im freien Fall“, klagte der BDI-Chef Peter Leibinger.
Für 2025 beziffert der BDI den Rückgang der Industrieproduktion auf -1,4 Prozent. Damit fällt die Produktion das vierte Jahr in Folge. „Das ist keine konjunkturelle Delle, sondern ein struktureller Abstieg“, sagt Leibinger. Allerdings prognostiziert der BDI, dass sich „nach vier mageren Jahren die Industriekonjunktur wieder erholen“ werde.
