Vor den Toren Braunschweigs
Mitten im Wald rüstet Rheinmetall die Nato hoch
Aktualisiert am 13.06.2026 – 02:54 UhrLesedauer: 2 Min.
Das beschauliche Unterlüß bei Braunschweig ist für Rheinmetall ein Schlüsselstandort. Die Produktion soll in den kommenden Jahren stark wachsen.
Rund 75 Kilometer nordwestlich von Braunschweig, in Unterlüß im Landkreis Celle, hat der Rüstungskonzern Rheinmetall im vergangenen Jahr ein neues Munitionswerk eröffnet. Die Anlage ist dabei weit mehr als eine gewöhnliche Produktionsstätte: Bei Vollauslastung soll sie nach Angaben des Unternehmens zum größten Munitionswerk Europas – wenn nicht der gesamten Welt – werden.
Rheinmetall investiert rund 500 Millionen Euro in sein „Werk Niedersachsen“. Wie das Düsseldorfer Unternehmen mitteilte, soll die Produktion von 155-mm-Artilleriegranaten noch in diesem Jahr auf etwa 25.000 Schuss gesteigert werden. Für das kommende Jahr ist bereits eine Steigerung auf 140.000 Stück geplant. Die volle Kapazität von rund 350.000 Granaten soll dann im Jahr 2027 erreicht werden.
Rheinmetall-Gelände in Unterlüß: Hier ist alles etwas größer
Das Werk umfasst nach Unternehmensangaben eine Produktionsfläche von mehreren Zehntausend Quadratmetern und liegt in direkter Nachbarschaft zu Rheinmetalls großem Erprobungszentrum in Unterlüß, das ein Versuchs- und Testgelände von mehr als 50 Quadratkilometern umfasst. Neben Artilleriemunition plant Rheinmetall dort die Herstellung von Raketentriebwerken.

Seit mehr als 125 Jahren ist Rheinmetall mit der gerade einmal rund 3.500 Einwohner zählenden Gemeinde in der Südheide verbunden. Neben der nun eröffneten Munitionsfabrik steht dort auch Europas größter Schießplatz. Auch er gehört Rheinmetall.
Konzern wird zum größten Arbeitgeber der Region
Für den Bau der Artsellerie-Produktionshallen musste vor etwa mehr als eineinhalb Jahren ein Kleingartenverein weichen. In Rekordzeit entstand die Fabrik. Für Rheinmetall scheint vieles, was an anderer Stelle wesentlich länger dauert, leicht von der Hand zu gehen. Das mag auch daran liegen, dass der Konzern zum größten Arbeitgeber der Region gehört.
Etwa 3.200 Menschen werden in den Hallen eingesetzt, weitere 500 sollen schrittweise dazukommen. Weitere Arbeitsplätze sollen perspektivisch bei Zulieferern entstehen. Rheinmetall macht Rekordgewinne und davon profitiert auf Unterlüß. Stichwort: Gewerbeeinnahmen.











