So sieht der Preisvergleich als aktuelle Momentaufnahme aus:
Bei einem Benziner liegen die Betriebskosten also derzeit bei 811 Euro, ein Diesel kostet monatlich 778 Euro. Beim E-Auto zahlen Besitzer zwischen 770 und 852 Euro monatlich, je nach Lademöglichkeit.
Was aus der Tabelle klar wird: Der Wertverlust ist bei E-Autos derzeit deutlich höher als bei Benzinern oder Dieseln. Das liegt unter anderem daran, dass viele Gebrauchtwagenkäufer misstrauisch bezüglich der Haltbarkeit der Akkus sind – obwohl Studien mittlerweile mehrfach belegt haben, dass die Energiespeicher deutlich haltbarer sind, als es die Hersteller selbst erwartet hatten.
Zudem führen hohe Rabatte auf Neuwagen und auch Förderprämien dazu, dass elektrische Gebrauchtwagen weniger attraktiv sind. Für Verkäufer ist das schlecht, für gut informierte Gebrauchtwagenkäufer ideal: Sie bekommen viel E-Auto für recht wenig Geld.
Während es bei den Fixkosten und Werkstattkosten nur kleine Unterschiede gibt, spielen E-Autos ihren großen Vorteil bei den Betriebskosten aus, vor allem angesichts der hohen Kraftstoffpreise: Wer sein E-Auto daheim mit Sonnenstrom lädt, zahlt in der Beispielrechnung derzeit monatlich nur 56 Euro statt 150 Euro für einen Diesel oder 156 Euro für einen Benziner. Selbst wer nur öffentlich lädt, ist bei den reinen Betriebskosten aktuell besser dran als ein Diesel- oder Benziner-Fahrer.
Das Ergebnis zeigt also ein gemischtes Bild: Wer sich jetzt einen Diesel- oder Benzin-Neuwagen kauft, zahlt über einen Zeitraum von fünf Jahren trotz hoher Kraftstoffkosten kaum mehr oder sogar weniger als ein E-Auto-Fahrer – vor allem wegen des Unterschieds beim Wertverlust. Wer sich jedoch einen Elektro-Gebrauchtwagen kauft (bei dem der größte Wertverlust bereits entstanden ist) oder schon einen älteren Stromer besitzt, profitiert umso mehr von den günstigeren Betriebskosten.
