Prozess wegen Steuerbetrugs

Betrug in Millionenhöhe: Vier Angeklagte vor Gericht

27.02.2026 – 16:29 UhrLesedauer: 1 Min.

Vier Angeklagte vor Gericht (Symbolbild): Sie sollen Teil eines europaweit organisierte Umsatzsteuer-Betrugssystems sein. (Quelle: Soeren Stache/dpa/dpa-bilder)

Wegen Umsatzsteuerbetrugs stehen in Berlin vier mutmaßliche Bandenmitglieder vor Gericht. Was genau wird ihnen vorgeworfen?

Vor dem Berliner Landgericht hat ein Prozess gegen drei Männer und eine Frau begonnen. Sie sollen Teil eines europaweiten Umsatzsteuer-Betrugsnetzwerks gewesen sein. Die Angeklagten sind 58, 41, 39 und 40 Jahre alt.

Die Europäische Staatsanwaltschaft (EUStA) wirft den drei Männern Steuerhinterziehung beziehungsweise Beihilfe dazu sowie Urkundenfälschung vor. Die 40-jährige Frau ist wegen Verdachts auf Geldwäsche mitangeklagt. Die mutmaßlichen Taten sollen sich laut Anklage zwischen 2019 und 2024 ereignet haben.

Laut Anklage der EUStA soll die Gruppe über ein Netzwerk aus Scheinfirmen mit Schwerpunkt in Deutschland und Polen verfügt haben. Über dieses Netzwerk seien Scheinrechnungsketten aufgebaut worden, um ungerechtfertigte Steuererstattungen zu beantragen. Der hinterzogene Umsatzsteuerbetrag liege laut Ermittlern im zweistelligen Millionenbereich.

Der aktuelle Prozess ist nicht der erste in diesem Verfahrenskomplex. Im Juni 2024 verurteilte das Berliner Landgericht bereits mehrere Bandenmitglieder wegen Steuerhinterziehung und weiterer Delikte zu Freiheitsstrafen von bis zu zehn Jahren. Das Gericht stellte einen Gesamtschaden von rund 50 Millionen Euro fest. Das Urteil ist rechtskräftig.

Die Ermittlungen erstreckten sich auf fünf Länder: Kroatien, Tschechien, Frankreich, Deutschland und Polen. Dabei wurden Bankkonten eingefroren sowie Immobilien, Autos und Luxusartikel beschlagnahmt. Den Angaben zufolge beläuft sich der Wert der beschlagnahmten Vermögenswerte auf geschätzt 5,2 Millionen Euro.

Die EUStA ist für die Ermittlung, Verfolgung und Anklage von Straftaten zuständig, die finanzielle Interessen der Europäischen Union schädigen. Der Fall wurde ihr 2021 vorgelegt. Für den aktuellen Prozess sind 38 weitere Verhandlungstage bis Ende Oktober 2026 angesetzt.

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