Ilya Espino de Marotta
Sie wird die Herrin eines der wichtigsten Nadelöhre der Welt
08.09.2026 – 00:24 UhrLesedauer: 2 Min.
Erstmals leitet eine Frau den Panamakanal: Die Ingenieurin Ilya Espino de Marotta arbeitet seit mehr als 40 Jahren an der Wasserstraße. Sie wird nun die Herrin des Nadelöhrs.
Mit Ilya Espino de Marotta übernimmt erstmals eine Frau die Leitung des Panamakanals. Die Ingenieurin wird für die nächsten sieben Jahre als Geschäftsführerin der wichtigen Wasserstraße in Mittelamerika fungieren, wie die Panamakanalbehörde mitteilte.
„Ich weiß, was es bedeutet, die erste Frau zu sein, die die Leitung dieses Kanals übernimmt. Ich weiß auch, dass damit Erwartungen verbunden sind“, sagte Espino de Marotta bei ihrer Antrittsrede in Panama-Stadt. Den Posten habe sie aber nicht erhalten, weil sie eine Frau sei, sondern da sie 41 Jahre am Kanal gearbeitet und sich auf die Verantwortung vorbereitet habe.
Espino de Marotta hatte 1985 als Zeitarbeitskraft beim Panamakanal angefangen und arbeitete seitdem bei der Kanalbehörde in verschiedenen Funktionen. Seit Januar 2020 war sie als stellvertretende Geschäftsführerin tätig. Im Januar 2024 wurde sie zudem zur ersten Nachhaltigkeitsbeauftragten des Kanals ernannt mit Schwerpunkten Dekarbonisierung und Anpassung an den Klimawandel.

Ilya Espino de Marotta: Stausee-Projekt
In ihrer Rede bezeichnete die 64-Jährige die Wasserversorgungssicherheit als die größte Herausforderung ihrer Amtszeit. Angesichts der zunehmenden Schwankungen bei den Niederschlägen bekräftigte sie die Schaffung eines Stausees am Río Indio als prioritär – ein Projekt, das wegen damit verbundener Umsiedlungen nicht unumstritten ist.
Der Panamakanal ist eine rund 80 Kilometer lange künstliche Wasserstraße, die Panama durchschneidet und den Atlantik – über das Nebenmeer Karibik – mit dem Pazifik verbindet. Schiffen bleibt damit die Fahrt um die Südspitze Südamerikas erspart.
Der Kanal war Anfang des 20. Jahrhunderts von den USA erbaut worden, die Hoheit über die Kanalzone ging jedoch Ende 1999 vollständig an Panama. Im vorigen Jahr hatte US-Präsident Trump damit gedroht, die Kontrolle über den Kanal zurückzuerlangen, da die USA unfair behandelt würden und der chinesische Einfluss auf den Kanal zu groß sei.