Goldener Bär für Berliner

Erstmals seit 22 Jahren: Deutscher Film gewinnt Berlinale


Aktualisiert am 21.02.2026 – 20:21 UhrLesedauer: 2 Min.

İlker Çatak: Sein Film „Gelbe Briefe“ gewinnt bei der Berlinale. (Quelle: Christoph Soeder/dpa)

Das gab es seit 2004 nicht mehr: Ein deutscher Film wird bei der Berlinale als bester Film ausgezeichnet. Das Drama „Gelbe Briefe“ gewinnt den Goldenen Bären.

Das Politdrama „Gelbe Briefe“ des Berliner Regisseurs İlker Çatak hat den Goldenen Bären der Berlinale gewonnen. Das gaben die Internationalen Filmfestspiele in Berlin bekannt. Damit hat erstmals seit mehr als 20 Jahren der Film eines deutschen Regisseurs die wichtigste Auszeichnung des Filmfestivals erhalten. Zuletzt hatte „Gegen die Wand“ von Fatih Akin im Jahr 2004 den Goldenen Bären gewonnen.

Regisseur und Drehbuchmitautor Çatak erzählt die Geschichte eines türkischen Künstlerpaares aus der Theaterwelt in Ankara. Die deutliche politische Positionierung des Paares führt zu einem Berufsverlust und damit zu materieller Not. Sie sollen mundtot gemacht werden. Das Politdrama wurde in türkischer Sprache gedreht.

Für die deutsche Filmwelt war es ein erfolgreicher Abend: Schauspielerin Sandra Hüller wurde mit einem Silbernen Bären für die beste schauspielerische Leistung in einer Hauptrolle ausgezeichnet. Die 47-Jährige erhielt die Auszeichnung für ihre Rolle im Drama „Rose“ von Markus Schleinzer.

Hüller verkörpert darin eine Frau, die sich im 17. Jahrhundert in einem kleinen, abgelegenen Dorf als Mann ausgibt. Die Thüringerin gewann bereits 2006 den Silbernen Bären als beste Darstellerin für ihre Rolle in dem Drama „Requiem“.

Den Großen Preis der Jury erhielt die Tragödie „Kurtuluş“ des türkischen Regisseurs Emin Alper. Stilistisch an einen Western erinnernd, handelt der Film vom mörderischen Kampf zweier Dorfgemeinschaften gegeneinander.

Das Demenzdrama „Queen at Sea“ des Amerikaners Lance Hammer wurde mit zwei Preisen ausgezeichnet. Der Film erhielt den Preis der Jury. Zudem gewannen die Briten Anna Calder-Marshall und Tom Courtenay einen Silbernen Bären für die beste schauspielerische Leistung in einer Nebenrolle. Calder-Marshall spielt eine demenzkranke Frau, Courtenay ihren Ehemann.

Der Regie-Preis ging an den Briten Grant Gee für das Jazzmusiker-Porträt „Everybody Digs Bill Evans“. Die Kanadierin Geneviève Dulude-de Celles bekam einen Silbernen Bären für das Drehbuch des Spielfilms „Nina Roza“. Für eine herausragende künstlerische Leistung wurde der Film „Yo (Love is a Rebellious Bird)“ der US-Amerikaner Anna Fitch und Banker White geehrt. Das Drama „Chronicles From the Siege“ des syrisch-palästinensischen Filmemachers Abdallah Alkhatib wurde bei der Berlinale als bestes Spielfilmdebüt ausgezeichnet.

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